Aarau
Aarauer erfreuten sich an nächtlichem Feuerwerks-Spektakel

Ein Feuerwerk, mit dem keine Steuergelder verpulvert werden, begeisterte am späten Abend des Nationalfeiertages in Aarau jung und alt. Beim «Summertime», von wo aus das Feuerwerk am besten zu sehen war, herrschte Hochbetrieb.

Hubert Keller
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«Der Titansalut gehört einfach dazu», sagt Walter Weber. Der Name ist Programm: Es handelt sich dabei um diesen dumpfen Knall, den man im Zwerchfell spürt und mit dem der Pyrotechniker das Feuerwerk ankündet und beendet.

Um 19 Uhr verankerte Walter Weber den Ponton im Fluss. Lichtinseln auf Styropor hängte er an den Kabeln, über die die Feuerwerkskörper gezündet werden, in die Strömung. «Wir bieten den Zuschauern zum Auftakt des eigentlichen Feuerwerks eine mystische Lichtinszenierung.»

Salutschuss zu Beginn

Um 23 Uhr kündete der Titansalut das Feuerwerk an, das Feuerwerk legte los.

Über den Ponton und das Wasser verteilte der Pyrotechniker einen feinen Nebel verteilen, in den er Feuerwerkskörper schiesst. Fast 30 Minuten lang zeigt Walter Weber zehn Bilder, jedes Bild beinhaltet 16 bis 100 Schüsse. Die einzelnen Bilder hiessen etwa Brocade Crown, einer Trauerweide ähnlich entwickelt sich am Himmel ein goldener Schweif, oder Coconut-Pistil, bei dem sich über den Köpfen der staunenden Zuschauer, einer Palme nachempfunden, ein blau-silber-roter Fächer ausbreitet. Die Cracklings knisterten und blitzten, wals sie vom Himmel fallen.

Der «Tod» des alten Wankdorf war Webers Auftrag

Walter Weber und seiner Frau Brigitte gehört die GU Sprengtechnik AG, Erlinsbach. Auch Brigitte Weber ist ausgebildete Pyrotechnikerin und Sprengmeisterin. Der Geschäftszweig der Pyrotechnik habe sich aus einem Hobby entwickelt, sagt Walter Weber. Es brauche dafür viel Enthusiasmus, auch Fantasie und Kreativität. Als Sprengmeister machte die Erlinsbacher Firma das Portland-Cementwerk in Olten oder das alte Wankdorf-Stadion dem Boden gleich. Es ist ein kleines Team. Für die Vorbereitung reiche eine Person, zum Aufstellen und Laden setzen die Webers Freelancer ein.

Es ist das dritte 1.-August-Feuerwerk, das Weber beim Summertime abfeuert. Jacqueline und Beat Thommen führen das Open-Air-Restaurant bei der Schifflände als Sommerbetrieb und in Niedergösgen ganzjährig die Schmiedstube. Die beiden Wirtsleute sind es denn auch, die das Feuerwerk finanzieren. «Steuergelder werden damit nicht verpulvert», sagt Thommen.

Gestern war im «Summertime» Hochbetrieb. Über die hoffentlich beendete Regenperiode will sich Thommen nicht beklagen, im Gegenteil, er spricht von einem guten Sommer. «Klar hätten wir es lieber anders gehabt, doch waren der April und der Mai wunderbar.»