Aarau
Kantonsgeschichte gibts im Aarauer Stadtmuseum auch nur für Augen und Ohren

Das Projekt «Zeitgeschichte Aargau» zur jüngsten Geschichte des Kantons Aargau gibt es nicht nur in Buchform und als Film, sondern auch als Ausstellung im Stadtmuseum Aarau: Mit Pressebildern aus dem Ringier Bildarchiv kann das Publikum in einen Bilderkosmos der Kantonsgeschichte zwischen 1950 und 2000 – ganz ohne Textballast.

Katja Schlegel
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92 grossformatige Bilder; nicht aufgehängt an der Wand, sondern als Skulptur im Raum arrangiert.

92 grossformatige Bilder; nicht aufgehängt an der Wand, sondern als Skulptur im Raum arrangiert.

Chris Iseli / AGR

Lesen muss hier keiner, nur hören. Hören und schauen: 92 ikonische Fotografien auf grossformatigem Karton, aufgetürmt, zusammengesteckt, liegend, kopfüber, in schwarz-weiss, mal in Farbe, mit Hörtexten erklärt und kontextualisiert. Eine erlesene Sammlung, die Bilder zu den Lieblingsgeschichten der neun Historikerinnen und Historiker der «Zeitgeschichte Aargau». Oder: «Das Wichtigste des Allerwichtigsten», wie Herausgeber Fabian Furter sagt, «befreit von Textballast.»

Die Ausstellung «Zeitgeschichte Aargau 1950 – 2000, Bilderkosmos eines halben Jahrhunderts» im Stadtmuseum Aarau lässt die Geschichte zwischen den Buchdeckeln lebendig werden, lässt einem Bekanntes suchen, bricht mit Klischees im Kopf. Nebst den 92 grossen Bildern kann das Publikum an fünf Leuchttischen 572 weitere kleinformatige und nach Themen sortierte Bilder entdecken. Die Fotografien stammen aus dem Ringier Bildarchiv und der Sammlung des Stadtmuseums, ergänzt werden sie mit Video-Beiträgen aus dem SRF-Archiv, wie erwähnt alles ohne Lesetext, dafür mit Audioguides. «Wir haben auf das visuelle Erlebnis gesetzt, um die Bilder voll wirken zu lassen», sagt Kuratorin Laura Aellig. Mitunter das wichtigste Auswahlkriterium: der Wiedererkennungswert. «Bestenfalls sollen sich die Besucherinnen und Besucher beim Betrachten der Bilder selber erinnern, sich miteinander austauschen.»

Kuratorin Laura Aellig an einem der Leuchttische.

Kuratorin Laura Aellig an einem der Leuchttische.

Chris Iseli / AGR

Und das ist nicht alles: Die Ausstellung ist mit einer eigenen Kinderspur versehen; Illustrationen aus dem Aargauer Wimmelbuch von Julien Gründisch, begleitet von einem Hörtext über Giulietta, Tochter italienischer Gastarbeiter. Und dann gibts noch Aargau im Topf, im Café oder an der Bar: ein Veranstaltungsprogramm mit dem Mittagstisch «Mein Aargau im Topf», mit Bargesprächen mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen sowie dem Erzählcafé, wo anhand von privaten Aufnahmen Geschichten ausgetauscht werden sollen.

Hinweis

«Zeitgeschichte Aargau 1950 – 2000», Ausstellung im Stadtmuseum Aarau, 14. November 2021 bis 3. Juli 2022. Infos und Veranstaltungen auf www.stadtmuseum.ch

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