Freinacht
Aarau ist parat für die Aufstiegsfeier: Was nach dem Barrage-Spiel abgehen soll

Fest auf dem Aargauerplatz und Freinacht in der Stadt: In Aarau laufen seit Freitag die Vorbereitungen für die grosse Aufstiegsparty auf Hochtouren.

Nadja Rohner, Janine Gloor
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Eigentlich hatte man ja zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen wollen. Der FC Aarau plante, eine mögliche Aufstiegsfeier im Schachen abzuhalten, wo bereits Zelte für das Eidgenössische Turnfest stehen. Eine Art Generalprobe fürs Turnfest hätte das werden können. Doch bei einer Besichtigung Anfang Woche habe sich herausgestellt, «dass dies vom Auf- und Ausbaustandart der Infrastruktur her nicht möglich ist», sagt Peter Buri, Sprecher des Aargauer Regierungsrats. Der Kanton hat zusammen mit der Stadt Aarau und dem FC Aarau deshalb nun eine Aufstiegsfeier auf dem Aargauerplatz – dem Platz vor dem Regierungsgebäude – geplant.

Am Freitagmorgen – nachdem, wie Peter Buri sagt, «eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, dass der FC Aarau aufsteigen könnte» – kamen die Verantwortlichen nochmals im mittlerweile mit der Aarauer Flagge geschmückten Regierungsgebäude zusammen. «Wir haben dieses Mal etwas weniger Zeit für die Planung als beim Aufstieg 2013», sagte FCA-Verwaltungsrat Urs Bachmann gestern lachend zur AZ.

Freitagmorgen auf dem Balkon des Regierungsgebäudes: FCA-Verwaltungsrat Urs Bachmann (2.von links) bespricht mit Polizei und Kanton die mögliche Aufstiegsfeier auf dem Aargauerplatz. ZVG

Freitagmorgen auf dem Balkon des Regierungsgebäudes: FCA-Verwaltungsrat Urs Bachmann (2.von links) bespricht mit Polizei und Kanton die mögliche Aufstiegsfeier auf dem Aargauerplatz. ZVG

Aargauerplatz: Bier und Wurst

Steigt der FCA auf, wird zuerst im Brügglifeld gefeiert, danach geht es auf dem Aargauerplatz weiter. Dort wird es vier Bierzelte (es gibt Bier, Mineral und Softdrinks, aber keinen Wein) und zwei Grillzelte haben. Metzger Rufer aus Schlossrued, normalerweise fürs Catering im Brügglifeld zuständig, bekommt für diesen Event Unterstützung von der Metzgerei Strässle aus Suhr. Die Gastronomie auf dem Aargauerplatz ist ab etwa 18.30 Uhr in Betrieb. Zirka zwischen 19.30 Uhr und 20.15 Uhr werden die Spieler des FC Aarau auf den Balkon des Regierungsgebäudes treten und sich feiern lassen. Sanitätsposten und Sanitäranlagen sind vor Ort vorhanden.

Nebenbei: Sollte der FC Aarau doch nicht aufsteigen, gibt es nur eine Saisonabschlussfeier im Brügglifeld, aber nicht auf dem Aargauerplatz.

Die Veranstaltung auf dem Aargauerplatz endet, zumindest theoretisch, gegen Mitternacht. Es stellt sich die Frage: Geht die Party in der Altstadt weiter, gibt es eine Freinacht? Hierzu sagt Daniel Ringier, Chef der Stadtpolizei: «Die Stadtpolizei bewilligt Gesuche von Restaurants für verlängerte Öffnungszeiten bis 2 Uhr, wenn diese Bedarf hierfür melden. Wer länger offen halten will, soll also einfach mit uns Kontakt aufnehmen. Ein Telefon reicht.»

Umfrage: Folgen Sie dem FC Aarau durch dick und dünn oder sind Sie eher ein Schönwetter-Fan?

Bertan Kanik (25), Aarau, Service-Monteur: «Ich mag den FC Aarau. Jetzt, da das Team wieder stärker ist, werde ich häufiger Spiele schauen. Den Match am Sonntag schauen meine Freunde und ich von zu Hause aus, es gibt keine Tickets mehr fürs Brügglifeld. Ich hoffe, dass der FC Aarau aufsteigt. Darüber würde ich mich freuen!»
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Cyrill Blaser (19), Ueken, Maurer: «Mit meinem Vater war ich früher oft im Brügglifeld. Seit der FC Aarau abgestiegen ist, war ich nicht mehr im Stadion. Ich finde, die müssen mal einen Trainer behalten, auch wenn sie schlecht spielen. Trotzdem: Wenn der FC Aarau aufsteigt, werden wir sicher ein Bier trinken – oder mehrere.»
Janine Blatter (17), Schöftland, Coiffeuse: «Fussball finde ich spannend, ich habe selber lange Fussball gespielt. Ich war schon vier bis fünf Mal im Brügglifeld, wenn der FC Aarau gespielt hat. Den nächsten Match schaue ich vielleicht im Fernsehen, wenn ich nichts anderes zu tun habe. Ich wäre happy, wenn der FC Aarau den Aufstieg schafft.»
Joel Krebs (23), Gontenschwil, Schreiner: «Ich gönne dem FC Aarau den Aufstieg! Das wäre cool. Obwohl ich eher ein Eishockey-Liebhaber bin, stehe ich hinter dem FC Aarau. Ich finde es doof, wenn man einen Club plötzlich mega toll findet und jeden Match schauen geht, nur weil der Verein seine schlechten Zeiten langsam hinter sich lässt.»
Marc Näf (21), Frick, Chemieangestellter: «Ich würde mich als Hobby-Aarau-Fan bezeichnen. Ich finde den FC Aarau sympathisch. Mein Herz schlägt aber für Basel. Wir haben kürzlich das Spiel FC Aarau gegen Rapperswil geschaut, die Atmosphäre im Brügglifeld war echt toll. Ich wünsche dem FC Aarau sehr, dass er aufsteigt.»

Bertan Kanik (25), Aarau, Service-Monteur: «Ich mag den FC Aarau. Jetzt, da das Team wieder stärker ist, werde ich häufiger Spiele schauen. Den Match am Sonntag schauen meine Freunde und ich von zu Hause aus, es gibt keine Tickets mehr fürs Brügglifeld. Ich hoffe, dass der FC Aarau aufsteigt. Darüber würde ich mich freuen!»

Nora Güdemann

Bekanntlich ist Aarau sonntags nicht gerade mit vielen Ausgangs-Möglichkeiten gesegnet. Es wäre aber durchaus möglich, dass dies am kommenden Sonntag anders ist: «Den Betreibern von Gastgewerbebetrieben ist es selbstverständlich freigestellt, ob sie am Sonntag ihren Betrieb innerhalb der ordentlichen Gastgewerbezeiten offen halten und arbeiten wollen», so Daniel Ringier. Die AZ hat bei verschiedenen Gastrobetrieben nachgefragt: Das «Meat’s» direkt neben dem Aargauerplatz hat offen. Das Restaurant Altstadt macht extra auf, voraussichtlich 14 bis 24 Uhr, das Spiel wird übertragen. Die «Tuchlaube» hat voraussichtlich regulär offen (bis 22 Uhr). Das «Scalo» lässt das Spiel am TV ebenfalls laufen und hat bis 22 Uhr auf. Geschlossen sind das «Butchers» und das «Jojo». Der «Platzhirsch» hätte eigentlich zu, macht aber extra auf und überträgt das Spiel. Übrigens: Das Spiel wird nicht im Free-TV, sondern vom Bezahlsender Teleclub Sport 1 übertragen.

Kapo sorgt für Sicherheit

Bei aller (Vor-)Freude bleibt die Frage, wie die Sicherheit der Fans, der Verkehrsteilnehmer und der Anwohner gewährleistet wird. Laut Kantonspolizei Aargau ist im Raum Brügglifeld-Bahnhof-Aargauerplatz wegen Fussgängerströmen und parkierten Autos mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen (der Match beginnt um 16 Uhr). Gibt es eine Aufstiegsfeier, wird der Verkehr rund um den Aargauerplatz umgeleitet.

Auf ihrem Weg vom Brügglifeld zum Aargauerplatz werden die Besucherströme so gut es geht von der Polizei begleitet. Man will auch verhindern, dass – aus Freude oder Frust – Sachbeschädigungen verübt werden oder Schlimmeres passiert. «Lässt es die Verhältnismässigkeit zu, wird eingeschritten, um Straftaten zu verhindern», so Kapo-Sprecher Roland Pfister. Rund um den Aargauerplatz «wird die Polizei Präsenz markieren und die Sicherheit für einen ordentlichen Verlauf des Anlasses gewährleisten».

Übrigens: Die Gästefans aus Neuchâtel reisen laut Kantonspolizei nicht mit einem Extrazug an, sondern mit Reisecars.

Fast schon ein Freundschaftsspiel

Diese Barrage ist eigentlich ein Duell unter Freunden: Neuchâtel ist nämlich – neben Reutlingen (D) – Aaraus zweite Partnerstadt. Der Aarauer Sport-Stadtrat Daniel Siegenthaler, derzeit am Bielersee in den Ferien, hat am Donnerstagabend den Match mit Tochter und deren Partner besucht. Sie wurden von den beiden Neuenburger Stadträtinnen Violaine Blétry-de Montmollin (FDP) und Anne-Françoise Loup (SP) empfangen. «Es war ein wunderbarer Abend und ein sehr freundschaftliches, unkompliziertes Treffen», sagte Siegenthaler am Freitagmorgen, noch etwas heiser. Am Sonntag werden sich die Aarauer Behörden revanchieren und die beiden Westschweizer Stadträtinnen im Brügglifeld empfangen.

Eine Verbundenheit zwischen den Städten gibt es seit Mitte der 80er-Jahre, offiziell sind Aarau und Neuchâtel seit 1997 Partner-städte. (NRO)

Daniel Siegenthaler mit Violaine Blétry-de Montmollin (links) und Anne-Françoise Loup.   

Daniel Siegenthaler mit Violaine Blétry-de Montmollin (links) und Anne-Françoise Loup.   

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