Bildungspolitik
47,5 Millionen Franken mehr Lohn für Aargauer Lehrer

Der Aargauer Regierungrat will die Wettbewerbsfähigkeit des Kantons auf dem Lehrpersonenmarkt erhöhen – und so die Qualität der Schulen steigern.

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Solothurner Zeitung

Der Aargauer Regierungsrat hat die Teilrevision des Lohndekrets Lehrpersonen (LDLP) sowie die dazugehörende Verordnung über die Anstellung und Löhne der Lehrpersonen (VALL) verabschiedet. Sie kommt nun in die Anhörung.

Geht es nach dem Willen der Regierung, sollen Lehrerinnen und Lehrer künftig mehr verdienen. Die Revision sieht nämlich vor, dass die Anfangslöhne der meisten Lehrpersonen angehoben werden und der Lohn in den ersten 15 Jahren stärker ansteigt als heute.

Die jüngsten Berufsteiger können künftig zudem bereits nach einem Jahr mit einer ordentlichen Loherhöhung rechen. Bislang müssen sie zwei Jahre darauf warten. Wie der Regierungsrat in einer Mitteilung schreibt, würde sich mit der Revision der über das gesamte Erwerbsleben erreichte Lohn in «fast allen» Lehrfunktionen erhöhen.

Für die Lehrpersonen der Mittelschule ist indes ein Lohnrückgang von 0,82 Prozent vorgesehen. Diese Funktionen seien im interkantonalen Vergleich überdurchschnittlich gut bezahlt gewesen, sagte der Aargauer Bildungsdirektor Alex Hürzeler an einer Medienkonferenz.

45 statt 50 Minuten

Die nun von der Regierung verabschiedete Teilrevision beinhaltet zudem diverse Anpassungen bei den Arbeitszeiten der Lehrerinnen und Lehrer.

Neu sollen etwa auch die Lektionen in den Nachmittagsstunden nur noch 45 Minuten dauern und nicht mehr 50 Minuten. Dadurch erhalten die Lehrkräfte mehr Zeit – beispielsweise für Gespräche mit Schülerinnen und Schülern oder Absprachen im Lehrerkollegium.

Die Revision, von der sich die Regierung eine «Attraktivitätssteigerung des Lehrberufs» erhofft, soll auf das Schuljahr 2011/2012 in Kraft treten. Sie verursacht jährliche Mehrkosten von 47,5 Millionen Franken.

Der Aargauische Lehrerinnen- und Lehrerverband (alv) begrüsst die höheren Einstiegslöhne und die Entlastung der Lehrpersonen, wie Geschäftsführer Manfred Dubach sagte. Der Lehrermangel werde dadurch aber wohl nicht behoben. (bau/sda)