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2:1-Sieg in Zürich: Aarau ist jetzt neun Punkte vor Schlusslicht Lausanne

Der FC Aarau überzeugt im Auswärtsspiel im Letzigrund gegen den FC Zürich und gewinnt sensationell 2:1. Damit liegt Aarau nun neun Punkte vor Schlusslicht Lausanne. Und sieben Verlustpunkte hinter einem internationalen Platz.

Nach 93 Minuten rissen Trainer René Weiler und seine wackeren Aarauer Kämpfer die Arme hoch.

Fast einen Monat nach der bitteren 0:1-Heimniederlage gegen den FC Sion schaffte der FC Aarau vor 7800 Zuschauern im Letzigrund die Überraschung, dem FC Zürich die dritte Saisonniederlage beizufügen.

Zwar hatten die Gäste zwei Minuten vor Schluss, als Igor Nganga den vorgerückten Zürcher Innenverteidiger Alain Nef ungestraft penaltyreif foulte, Glück, doch insgesamt war ihr Sieg nach einer starken Vorstellung hoch verdient.

«Der Sieg ist berechtigt. Aber auch zu Beginn hatten wir etwas Glück», sagte Weiler hinterher und sprach die Torchancen der Gastgeber durch Mario Gavranovic und Maurice Brunner sowie den Pfostenschuss von Davide Chiumiento an.

Viel mehr liess der Aufsteiger, der in dieser Saison noch nie ohne Gegentor geblieben war, aber nicht zu. Allerdings benötigte er auch zwei starke Paraden von Goalie Joel Mall, um mit einer 2:0-Führung in die Pause zu gehen.

Diesen Vorsprung hatten sich die Aarauer mit einer frechen Offensivstrategie verdient.

Nach Fehlern von Raphael Koch und Brunner war die Kugel nach einem Schuss von Alain Schultz via Nef bei Davide Callà gelandet, der den etwas weit vor dem Tor stehenden Zürcher Keeper Davide Da Costa elegant umspielt und zum 1:0 (28.) - es war sein vierter Saisontreffer - ins Netz befördert hatte.

Und unmittelbar vor der Pause, Mall hatte eben gegen Gavranovic das 1:1 verhindert, war nach Vorarbeit von Schultz der Aarauer Stürmer Dante Senger zur Stelle, um mit seinem ersten Saisontor das 2:0 zu erzielen.

«Wir haben in dieser mehrwöchigen Meisterschaftspause sehr gut gearbeitet», sagte hinterher Davide Callà, «und heute haben wir die Früchte dafür abgeholt.»

Und der Flügel, an diesem Abend aus einem starken Kollektiv noch herausragend, vergass nicht beizufügen, dass die Aarauer Tore für einmal nicht nach ruhenden Bällen, sondern aus dem Spiel heraus gefallen waren.

Für die Aarauer wirkte sich auch der verletzungsbedingte frühe Ausfall von Abwehrchef Juan Pablo Garat nicht negativ aus, was durchaus als Zeichen einer gewissen Reife zu werten ist.

Nach dem Wechsel hätten die Gäste zwar aus ihren zahlreichen Kontermöglichkeiten etwas mehr machen können, weil der FCZ aber weiterhin zu harmlos angriff, fiel dies nicht ins Gewicht.

Auch nachdem der bisweilen fast lethargisch wirkende Favorit nach 67 Minuten durch Franck Etouni - bis zu diesem Zeitpunkt ein Ausfall und überraschenderweise nicht ausgewechselt - den Anschlusstreffer erzielt hatte, ging kein Ruck durch die Mannschaft, die doch mit dem Ziel ins Spiel gegangen war, den Anschluss an die Spitzengruppe herzustellen.

«Wir haben uns, vor allem in der ersten Halbzeit, mit individuellen Fehlern das Leben selber schwer gemacht», sagte Trainer Urs Meier, der mit seiner Mannschaft nun am Sonntag in Bern gegen YB versuchen muss, das verlorene Terrain wieder gutzumachen.

Der FC Aarau dagegen hat seinen Vorsprung auf den FC Lausanne-Sport auf neun Punkte ausgebaut, und kann in der Direktbegegnung am Sonntag im Brügglifeld mit einem Sieg das Schlusslicht sogar auf zwölf Zähler distanzieren. Eine wahrlich vielversprechende Ausgangslage für den Aufsteiger.

«Aufgepasst, dieses Spiel wird schwerer als das heute gegen den FCZ», warnte Callà, «jetzt gilt es gut zu regenerieren und dann nachzulegen.»

Und Weiler sagte: «Jetzt erwarten natürlich in Aarau alle einen Sieg. Ich hoffe einfach, dass wir den Schwung von heute ins Lausanne-Spiel mitnehmen können.»

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Zürich - Aarau 1:2 (0:2)

Letzigrund. - 7813 Zuschauer. - SR Erlachner. - Tore: 28. Callà (Schulz) 0:1. 45. Senger (Schulz) 0:2. 67. Etoundi (Chermiti) 1:2.

Zürich: Da Costa; Philippe Koch, Nef, Raphael Koch, Brunner; Teixeira; Buff (60. Henrique), Chiumiento (68. Kukuruzovic), Mariani; Etoundi, Gavranovic (60. Chermiti).

Aarau: Mall; Nganga, Garat (25. Gonzalez), Jaggy, Martignoni; Burki, Ionita; Lüscher (62. Foschini), Schulz (76. Jäckle), Callà; Senger.

Bemerkungen: 10. Pfostenschuss Chiumiento. Zürich ohne Schönbächler (gesperrt), Benito, Chikhaoui, Kukeli und Rikan (alle verletzt), Aarau ohne Hallenius und Staubli (beide verletzt). - Verwarnungen: 23. Garat (Foul). 70. Nef (Foul). 75. Teixeira (Foul). 90. Callà (Spielverzögerung).

9. Runde. Dienstag:
St. Gallen - Young Boys 0:0

Mittwoch:
Luzern - Grasshoppers 0:2 (0:1)
Sion - Lausanne-Sport 2:1 (0:1)
Thun - Basel 0:2 (0:0)

Donnerstag:
Zürich - Aarau 1:2 (0:2)

1. Grasshoppers 8/18
2. Basel 9/18
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3. Young Boys 9/16
4. Luzern 9/14
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5. St. Gallen 8/12
6. Zürich 8/11
7. Aarau 8/10
8. Thun 9/9
9. Sion 9/9
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10. Lausanne-Sport 9/1

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker:

ENDSTAND: FC Zürich - FC Aarau 1:2 (0:2)

Abpfiff: Der FC Aarau gewinnt sein Auswärtsspiel gegen den FC Zürich dank Toren von Callà und Senger mit 2:1 (2:0).

91. Minute: Eckball für die Aarauer, die sich nun Zeit lassen. Und prompt kassiert Callà noch gelb (Zeitverzögerung).

90. Minute: Es werden mindestens drei Minuten nachgespielt.

88. Minute: Noch immer liegt Aarau in Front. Die Zürcher Angriffe werden langsam ideenloser...

83. Minute: Inzwischen hat sich der FCA wieder gefangen.

79. Minute: Endlich einmal Entlastung, aber Ionitas Kopfball wird von Da Costa pariert.

77. Minute: Nach einem Eckball von Pedro Henrique kommt Nef angeflogen, köpfelt aber übers Tor.

75. Minute: Letzter Wechsel bei Aarau - Jäckle für Schultz.

75. Minute: Verwarnung gegen Teixeira (Reklamieren).

74. Minute: Die Zürcher drücken, aber Mall kann einen Fernschuss von Kukuruzovic abwehren. Aber es brennt nun im Aarauer Strafraum.

73. Minute: Nach einer Hereingabe von Pedro Henrique verpassen sowohl Etoundi als auch Chermiti nur knapp. Es muss weiter gezittert werden. Die Aarauer kommen kaum noch zu Entlastung.

69. Minute: Verwarnung gegen Nef (Foulspiel).

68. Minute: Letzter Wechsel bei Zürich - Kukuruzovic für Chiumiento.

67. Minute: TOR für Zürich - 2:1! Nach einem Pass in die Tiefe von Pedro Henrique erwischt Etoundi Mall in der kurzen Ecke.

66. Minute: Weitschuss von Chiumiento direkt auf Keeper Mall.

62. Minute: Zweiter Wechsel bei Aarau - Foschini für Lüscher.

60. Minute: Doppelwechsel bei Zürich - Pedro Henrique für Buff, Chermiti für Gavranovic.

55. Minute: Nach einer Flanke von Callà köpft Senger an die Querlatte. Aber alle Aufregung umsonst, denn der Stürmer stand im Offside.

54. Minute: Es sind 7813 Zuschauer anwesend.

51. Minute: Lüscher trifft nur ins Aussennetz nach einem optimalen Zuspiel von Callà in die Tiefe. Wenn diese vergebenen Chancen nur mal nicht rächen.

20.50 Uhr: Anpfiff zur zweiten Halbzeit.

Halbzeit: Der FC Aarau führt nach 45 Minuten dank Toren von Callà und Senger auswärts beim FC Zürich sensationellerweise mit 2:0.

48. Minute: Lüscher spielt mit dem überforderten Brunner immer wieder Katz und Maus. Die Hereingabe findet zu Callà, der das Leder aber aus kurzer Distanz nicht verwerten kann.

47. Minute: TOOOOOOOOOR für Aarau - 2:0! Nach einem Zuspiel von Schultz trifft Senger eiskalt zur Zwei-Tore-Führung.

46. Minute: Nach einem Pass in Tiefe steht Gavranovic plötzlich alleine vor Mall, doch der Aarauer Keeper lässt sich nicht bezwingen.

45. Minute: Es werden mindestens drei Minuten nachgespielt.

44. Minute: Senger muss sich nach einem Foulspiel pflegen lassen.

42. Minute: Zurzeit tut sich überhaupt nichts im Letzigrund.

33. Minute: Goalie Mall pariert einen Schuss durch Buff von linksaussen.

31. Minute: Nach einem weiteren Lüscher-Eckball schiesst Schultz drüber.

28. Minute: TOOOOOOOOOOOR für Aarau - 1:0! Nach einem abgefälschten Schussversuch von Schultz steht Callà plötzlich alleine vor Da Costa und tanzt den Zürcher Keeper abgeklärt aus. Die Aarauer liegen im Letzigrund in Front.

26. Minute: Nun wagt sich Aussenverteidiger Martignoni nach vorne, aber sein Fernschuss fliegt knapp am Zürcher Gehäuse vorbei.

25. Minute: Erster Wechsel bei Aarau: Gonzalez für Garat. Der Argentinier hat sich beim Foulspiel gegen Etoundi scheinbar verletzt. Neu stehen Jaggy und Nganga im Aarauer Abwehrzentrum, während Gonzalez nun als rechter Aussenverteidiger amtet.

22. Minute: Verwarnung gegen Garat (Foulspiel an Etoundi).

22. Minute: Erneut hat Lüscher viel Platz; sein Zuspiel in den Rücken der Abwehr findet Burki, aber dessen Flachschuss wird von der heimischen Defensive geblockt.

19. Minute: Nach einem Zürcher Fehler kann Lüscher zur Mitte flanken, aber Callà kann diese Hereingabe nicht wunschgemäss ablenken. Beide Teams hatten in der Startphase schon gute Chancen in Führung zu gehen, aber noch immer steht es 0:0.

15. Minute: Erfolgreiches Dribbling von Callà, aber sein Versuch wird ebenfalls zur Ecke abgelenkt.

13. Minute: Von der linken Seite kommt Brunner freitstehend zum Abschluss, aber Nganga lenkt das Leder in extremis zum Corner.

12. Minute: Erster Aarauer Versuch durch Schultz, dessen Flachschuss aber am Tor vorbeistreicht.

10. Minute: Distanzschuss von Chiumiento an den rechten Pfosten. Danach schiesst Mariani am offenen Gehäuse vorbei. Nun haben die Zürcher aber ein kräftiges Ausrufezeichen gesetzt. Viel Glück für die Aarauer.

9. Minute: Direktabnahme von Gavranovic - direkt in die Arme von Goalie Mall.

6. Minute: Es ist ein zurückhaltendes Abtasten im Stadion Letzigrund.

19.46 Uhr: Anpfiff durch Schiedsrichter Pascal Erlachner.

Es tickert für Sie Patrick Haller

Die Aarauer sind seit drei Super-League-Spielen ohne eigenen Torerfolg. Die Schützlinge von Cheftrainer René Weiler verloren zu Hause gegen den FC Sion (0:1) und die Berner Young Boys (0:4). Beim 2:1-Erfolg gegen den FC Lausanne-Sport waren es die Westschweizer, die die beiden Aarauer Treffer (ins eigene Netz) erzielten.

Beim FC Zürich starten: Da Costa; P. Koch, Nef, R. Koch, Brunner; Teixeira, Chiumiento; Buff, Gavranovic, Mariani; Etoundi. - Auf der Ersatzbank: Brecher; Chermiti, Djimsiti, Glarner, Kajevic, Kukurozovic und Pedro Henrique. - Nicht dabei: Schönbächler (gesperrt), Benito, Chikhaoui, Kukeli, Rikan (alle verletzt) und Di Gregorio (nicht im Aufgebot).

Der FC Aarau beginnt mit: Mall; Nganga, Garat, Jaggy, Martignoni; Burki, Ionita; Lüscher, Schultz, Callà; Senger. - Auf der Ersatzbank: König; Brahimi, Foschini, Gonzalez, Jäckle, Mouangue und Romano. - Nicht dabei: Hallenius, Staubli (beide verletzt) und Teichmann (nicht im Aufgebot).

Die Aarauer bestreiten nach knapp vier Wochen Pause sein erstes Meisterschaftsspiel seit der 0:1-Heimniederlage gegen den FC Sion am 31. August 2013.

Herzlich Willkommen aus dem Stadion Letzigrund. In einer Stunde wird das Super-League-Spiel zwischen dem FC Zürich und dem FC Aarau angepfiffen.

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