In der welschen Schweiz hat der 20-jährige Liedermacher Bastian Baker in den letzten Monaten einen rasanten Aufstieg vom beliebten Musikanten an privaten Partys zu einem viel gespielten Interpreten an den Radios hingelegt.
Von Couleur 3 bis zu Rouge FM und Rete Tre ist sein poppiges und folkiges Lied «Lucky» in der Playlist (siehe Video).
Im April spielte er am Caprice-Festival in Crans-Montana auf der Hauptbühne, im Juli spielte er am Montreux Jazz Festival – wohlgemerkt, Baker hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal eine CD auf dem Markt.
Dies soll sich nun ändern. Am 9. September veröffentlicht der Lausanner sein erstes Album «Tomorrow May Not Be Better», mit dem er nun auch diesseits des Rösti-Grabens für Furore sorgen will.
Kann sich Bastian Baker auch in der Deutschschweiz durchsetzen? Die az hat den jungen Star aus Lausanne getroffen.
Als Erstes fällt auf, dass er zumindest optisch allemal das Zeug zum neuen Teenie-Liebling hat. Mit seinen luftig nach oben frisierten Haaren und dem schelmischen Lächeln, das jede seiner Antworten charmant wirken lässt, wirkt er wie eine jüngere Ausgabe von Patrick Nuo – ohne dessen Arroganz.
Acht Sekunden Stille
Seit seinem 5. Lebensjahr macht Bastian Baker Musik. Zum ersten Mal verliebte er sich in die Magie von Gesang und Gitarre mit dem R.E.M.-Stück «Losing My Religion». Im Laufe der Jahre, die er hauptsächlich damit verbrachte, mit Kollegen in kleineren Bands zu spielen oder Solo mit seiner Gitarre an Schulfeten oder an privaten Partys aufzutreten, sind so über 50 eigene Lieder entstanden.
Unter anderem eben auch das treibende «Lucky», mit dem er mit weicher, aber doch stellenweise rauer Stimme die Glücksmomente des Lebens besingt.
Weil der Song seit der Veröffentlichung im Frühling riesigen Anklang fand, hat Baker nun den Mut gefasst, elf weitere Stücke aus seinem Repertoire daneben zu stellen und ein komplettes Album aufzunehmen, das diesen Sommer mit Session-Musikern in einem Pariser Studio entstanden ist.
«Eigentlich hat das Album 13 Stücke», sagt Bastian Baker. Das Stück zwölf bestünde aber nur aus acht Sekunden Stille. «Weil mir diese Zahl in meinem Leben bisher immer Unglück gebracht hatte, wollte ich sie irgendwie nicht auf dem Album haben», verrät er.
Sein Aberglaube stammt noch aus der Zeit, als er aktiver Hockeyspieler unter anderem bei den Elite-Junioren des EHC Visp war. Baker: «Immer, wenn ich die Nummer 12 getragen habe, spielte ich nicht gut oder verletzte mich.»
Nachhaltiges Potenzial
«Tomorrow May Not Be Better» ist ein erstaunlich erwachsenes Pop- und Rock-Album geworden, das Ansätze von pathetischen Refrains à la James Blunt mit den durchdachten Songstrukturen eines John Mayers verbindet. Vor allem Lieder wie «I’d Sing For You» und «I Still Don’t Realize» haben eine ähnliche Strahlkraft wie sein Durchbruchssong «Lucky».
Mit seinem ersten Album, das Bastian Baker selber geschrieben und produziert hat, beweist er, dass er mehr ist, als ein One-Hit-Wonder. Baker hat nachhaltiges Potenzial. Und auch seine Fans haben anscheinend Lust auf mehr als nur «Lucky»: Sein erstes Album steht alleine durch Vorbestellungen bereits auf Platz 12 der iTunes-Charts. Die Deutschschweiz erwartet Bastian!