Die Statistik herbeizuziehen ist müssig. Die Dominanz von Wiler-Ersigen war in der Qualifikation dermassen erdrückend, dass sich die Konkurrenz wohl oder übel mit dem Gedanken anfreunden muss, in den heute beginnenden Playoffs (20.00, Sportzentrum Zuchwil) auf Resultatskosmetik zu hoffen. Das gilt in erster Linie für Viertelfinalgegner Grünenmatt.
Aussenseiter mit Selbstvertrauen
Die Emmentaler fanden als letztes Team Unterschlupf in die entscheidende Meisterschaftsphase. Die Mannschaft des Trainerduos Sykora/Hiltbrunner wies nach Abschluss des Grunddurchgangs gerade einmal halb so viel Zähler auf wie der siebenfache Schweizer Meister. Dennoch strotzt der Aussenseiter vor Selbstvertrauen. «Wir wollen Wiler-Ersigen so lange wie möglich Paroli bieten und nicht klein beigeben», sagt Trainer Hanspeter Hiltbrunner. Die Emmentaler liessen im Vorfeld jedenfalls nichts unversucht. Sie organisierten zuletzt ein Trainingsweekend und zogen eigens einen Mentalcoach bei.
Streits gelungenes Nati-Comeback
Den Gefallen, den Gegner womöglich zu unterschätzen, dürften ihnen die Solothurner kaum machen. Im Gegenteil: Die Länderspielpause diente den sieben Nati-Akteuren von Wiler-Ersigen vielmehr als willkommene Generalprobe. In den zwei Partien gegen Lettland konnten die Spieler von Trainer Heikki Luukkonen den Ernstfall proben. «Der Gegner spielte ein vergleichbares System wie Grünenmatt. Körperbetont und auf Konter ausgerichtet», sagt Daniel Streit.
Torhüter Streit mit Comeback
Der Torhüter gab nach längerem Unterbruch sein Comeback im Nationalteam und war vom Tempo und der Intensität beeindruckt. Nach dem 8:4-Sieg im ersten Spiel stand er in der zweiten Partie zwischen den Pfosten und hatte massgeblichen Anteil am 8:7-Erfolg gegen die starken Letten. «Ich musste mich zuerst an die neuen Spieler, die neuen Trainer und an das neue System gewöhnen. Das ist mir zum Glück gelungen», fasst der 31-jährige Routinier seine Eindrücke nach dem Abstecher ins bitterkalte Osteuropa zusammen.
«Sicher kein Spaziergang»
Eine kurze Angewöhnungszeit erwartet Daniel Streit und seine Nationalmannschaftskollegen auch heute beim Playoff-Start. «Es geht darum, den Fokus rasch auf die Meisterschaft zu richten.» Wie schnell eine Playoff-Serie kippen kann, damit hat Wiler-Ersigen in der vorletzten Saison beinahe unliebsame Erfahrung gemacht. Damals trafen die Solothurner im Viertelfinal ebenfalls auf Grünenmatt und mussten sich dort heftigem Widerstand erwehren. Spiel 3 ging verloren und in der vierten Begegnung setzte sich der spätere Titelgewinner erst in der Verlängerung durch. Deshalb warnt Daniel Streit: «Wir sind zwar der Favorit. Uns erwartet in den kommenden Wochen aber sicher kein Spaziergang.»