Langlauf
Aktualisiert am 30.12.11, um 07:10 von Toni Nötzli, Oberhof
 

Dario Cologna verspricht: «Heute werde ich allen davonlaufen»

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Dario Cologna ist der Auftakt zur neuesten Auflage der Tour de Ski ausgezeichnet geglückt. Der Bündner musste beim Prolog in Oberhof nur Petter Northug um einen Wimpernschlag den Vortritt lassen. von Toni Nötzli, Oberhof
 

Nach 4000 m in freier Technik registrierte die Zeitmessanlage die um 0,7 Sekunden bessere Zeit für Northug. Hätte es sich nicht um einen Intervallstart gehandelt, wäre Cologna um 58 cm geschlagen gewesen. Maurice Manificat als Dritter wies genau vier Sekunden Rückstand auf. Bis zum 10. Platz von Robin Duvillard ergab sich eine Differenz von lediglich zehn Sekunden. Das verwundert angesichts der kurzen Distanz und der Leistungsdichte bei den Männern nicht.

«Ich bin zufrieden. Ich habe ein gutes Rennen bestritten. Die Form ist da. Ich verfügte über ein gutes Gefühl.» Die Aussage stammte von Dario Cologna, und sie wurde von Petter Northug beinahe wortwörtlich wiederholt. Der Norweger hatte einen bescheidenen Vorteil. Als Letztstartender war er über alle Zwischenzeiten informiert, «und am Schluss hatte ich noch etwas Kraft übrig».

Northugs Taktik

Angesichts des strapaziösen Programms mit immer noch acht Rennen innert zehn Tagen herrscht gemeinhin Vorsicht. Diese Tour de Ski bei guter Gesundheit überstehen und die Form zumindest halten, lautet der allgemeine Tenor. Northug, der in dieser Rennserie schon dreimal Zweiter war, aber noch nie Gesamtsieger, hat aber doch eine gewisse Taktik im Sinn. «Letztes Jahr lag ich schon in Toblach zu weit hinten», verweist der Olympiasieger und Weltmeister auf das Problem, das ihm vor allem am Schlusstag zu schaffen machen könnte. Es gibt stärkere Kletterer als Northug. Deshalb muss sich der Norweger eine für ihn günstige Ausgangslage erarbeiten – möglichst mit Vorsprung und nicht mit Rückstand, wenn es hinauf zur Alpe Cermis geht.

Doch vorerst haben die Athleten Tag für Tag zu nehmen. «Ich werde Vollgas gehen und allen davonlaufen», kündete Cologna für heute an, wenn die Männer über 15 km in der klassischen Technik mit den Abständen des Prologs starten. Die Mundwinkel des Bündners zuckten, denn selbstverständlich hatte er sich einen Scherz erlaubt. Nicht nur wäre es fehl am Platz, zu einem solch frühen Zeitpunkt die Kräfte zu verschleudern.

Die Wetterprognose verheisst schlechte Verhältnisse. So wird es aller Voraussicht nach zu einem Zusammenschluss kommen, und der Entscheid um den Tagessieg wird erst in der Schlussphase fallen. «Am Schluss im Val di Fiemme wird niemand mehr davon sprechen, was in Oberhof geschah», gab sich Northug trocken. Cologna wird das Rennen 5,7 Sekunden nach Northug in Angriff nehmen. Für den Prolog gab es Zeitgutschriften wie in den Sprintetappen der Rad-Rundfahrten.

(az)