Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn
Aktualisiert am 03.02.12, um 11:45 von Christof Ramser
 

Jetzt kommt es zur Kampfwahl ums Repla-Präsidium

Wer wird neuer Repla-Präsident: Roger Siegenthaler oder Markus Zubler
Quelle: az
Der Vorstand empfiehlt Markus Zubler aus Flumenthal als Präsidenten der Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn. Lüterkofens Gemeindpräsident Roger Siegenthaler hält seine Kandidatur aufrecht, obwohl ihn der Vorstand nicht will. von Christof Ramser
 

Die Regionalplanungsgruppe Espace Solothurn (Repla) ist im Umbruch. Weil Präsident Hannes Friedli zurücktritt, haben sich die Gemeinden letzten November für eine halbamtliche Geschäftsführung ausgesprochen. Markus Schneider tritt den Posten per 1. April an.

So wird gewählt

Am 16. März wird an der Repla-Delegiertenversammlung der neue Präsident gewählt. Mitglieder der Repla sind die Gemeinden, die ihre Delegierten für eine Amtsdauer von vier Jahren wählen. Dabei stellen Gemeinden mit bis zu 3000 Einwohnern je einen Delegierten, bis zu 7000 Einwohnern zwei und bis zu 11000 Einwohnern vier. Solothurn stellt sechs Delegierte. Neben der Wahlempfehlung von Markus Zubler und der Kandidatur von Roger Siegenthaler sind an der Delegiertenversammlung auch Saalkandidaturen erlaubt. (crs)

Am Mittwochabend hat der Repla-Vorstand nun den Kandidaten gekürt, der an der Delegiertenversammlung vom 16. März zum neuen Präsidenten gewählt werden soll. Es ist Markus Zubler, Vize-Gemeindepräsident in Flumenthal und Repla-Vorstandsmitglied. Der 58-Jährige ist Mitinhaber der Firma Induflex, die weltweit im Bereich Engineering und Spezialmaschinenbau tätig ist. «Nach einem Wasserämter und einem Bucheggberger haben wir uns nun für einen Leberberger entschieden», sagt Hannes Friedli.

Siegenthaler will trotzdem antreten

Ob Zubler am 16. März auf den Schild gehoben wird, bleibt jedoch offen. Unter den vier Kandidaten, darunter zwei Wasserämter Gemeindepräsidenten, befand sich auch Lüterkofens Gemeindepräsident Roger Siegenthaler. Er hatte sein Interesse für das Amt bereits im Vorfeld angekündigt – und wurde nun von einer deutlichen Mehrheit des Vorstands nicht berücksichtigt.

Trotzdem hält Siegenthaler seine Kandidatur aufrecht. «Ich will den Delegierten eine echte Wahl ermöglichen», sagt der Lüterkofer, der sich als scharfer Kritiker der Regionalkonferenz exponiert hat. Sowohl Zubler als auch Siegenthaler sind FDP-Mitglied.

Kandidaten aktiv angefragt

Dass die Nicht-Berücksichtigung von Roger Siegenthaler mit dessen Skepsis gegenüber der Regionalkonferenz zu tun hat, bestreitet Hannes Friedli. Er setzt sich zusammen mit dem Vorstand stark für diese Trägerschaft ein. «Wir haben eine sachliche Beurteilung der vier Kandidaten vorgenommen.» Dabei habe man berücksichtigt, wie sich die Kandidaten im Vorstand präsentiert hätten. Zudem seien sämtliche Kandidaten aufgrund langjähriger Zusammenarbeit wohlbekannt.

Im Ausschuss, der das Personalgeschäft betreut und dem Vorstand eine Kandidatur vorgeschlagen hat, sassen neben Friedli Hans-Peter Berger (Langendorf), Marianne Meister (Messen) und Peter Jordi (Gerlafingen). Die Wahl sei aufgrund Zublers Fähigkeit, zu vermitteln als auch hinsichtlich der Kombination mit der Geschäftsleitung gefallen.

Aktiv angegangen

Dass Zubler weder aktiver noch ehemaliger Gemeindepräsident ist, wie im Anforderungsprofil festgehalten, erachtet der Ausschuss als unproblematisch. Weitere Kriterien gemäss Profil: Der neue Präsident soll integrativ, überzeugend, unabhängig, motivierend und mit diplomatischem Verständnis ausgestattet sein.

Dass sowohl Markus Zubler als auch eine weitere Person aktiv vom Repla-Vorstand um eine Kandidatur angefragt worden sind, will Hannes Friedli nicht verhehlen. «Ja, wir haben Markus Zubler proaktiv angefragt.» Zu diesem Zeitpunkt seien die beiden anderen Kandidaturen aber noch nicht schriftlich, sondern erst mündlich vorgelegen. Fakt ist: Die zwei Wasserämter Kandidaturen sind aus dem Rennen, sodass es am 16. März zur Kampfwahl kommt.

Wer hat die besseren Karten?

Aufgrund der Anzahl Delegierten der einzelnen Gemeinden dürfte Zubler die besseren Karten haben (siehe Kasten) – spricht sich doch der Leberberger ebenso wie die Agglomerationsgemeinden für die Regionalkonferenz aus. Diese soll das Recht zu verbindlichen Beschlüssen haben. Siegenthaler dagegen hofft auf die Stimmen aus dem Bucheggberg und der skeptischen Gemeinden, die mit der neuen Trägerschaft um einen Autonomieverlust fürchten.

Zubler indes legt die Situation anders aus: «Wenn wir nicht wollen, dass der Kanton über die Gemeinden bestimmt, müssen wir vorsorgen.» Die Konferenz sei keine vierte Ebene, sondern ein Mechanismus, um regionale Probleme zielgerichtet zu lösen. Dabei müsse man in Kauf nehmen, dass kleine Gemeinden Grossprojekte nicht mehr blockieren könnten. Eine wichtige Aufgabe des Repla-Präsidiums sieht er in der Kontaktpflege zu Gemeinden, Kanton und den Nachbarregionen. «Ich will der Repla ein Gesicht geben.» Zudem wolle er bei strittigen Fragen tragfähige Kompromisse suchen. Dass er in der Region eher unbekannt ist, sieht Zubler als Vorteil. «Ich bin unter Umständen weniger vorbelastet und kann zwischen kleinen und grossen Gemeinden vermitteln.»

(az Solothurner Zeitung)