Die Salzstreufahrzeuge mit 9 Kubikmetern Ladekapazität werden von einem Silo aus deutlich schneller beladen werden können als bisher. Und die jeweils gestreute Menge wird präzise erfasst und der jeweiligen Strecke zugeteilt werden können. Das sind die Neuerungen, die der Siloneubau im Autobahnwerkhof NSNW Oensingen ab der Wintersaison 2013 bringen wird. Die Pläne sind bis zum 24. Februar auf der Gemeindeverwaltung Oensingen aufgelegt, Gesuchstellerin ist das Bundesamt für Strassen, Astra.
Abfüllmenge präzise messen
Das Silo wird das bestehende, 6 Meter hohe Salzlagergebäude um 11 Meter überragen, einen Grundriss von 7,5 mal 7,5 Meter haben und aus Holz bestehen. Das Salzsilo wird als rechteckiger Turm ausgeführt werden und dadurch optisch nicht als Silo wahrnehmbar sein. «Die grössere Lagerkapazität wird aber nur der eine Vorteil des Neubaus sein», erklärt Dieter Flückiger, Leiter Betrieb Oensingen der NSNW AG (siehe auch nebenstehenden Text).
«Noch fast wichtiger ist die damit kombinierte Anlage für das rationelle Abfüllen der Streufahrzeuge und das computergestützte Wägesystem mit automatischer Verbrauchserfassung.» Bisher geschieht das Beladen der Fahrzeuge mithilfe eines Radlader und eines Förderbandes. Dauert dieser Vorgang aktuell jeweils etwa zehn Minuten, so werden es künftig nur noch etwa fünf Minuten sein. «Das Salz wird vom Lagerplatz über einen im Boden eingelassenen Trichter mit einem Gebläse ins Silo geblasen und von dort ins Streufahrzeug abgelassen. So wie es bei anderen Werkhöfen schon der Fall ist.» Da beim Befüllen die Salzmenge auf das Kilogramm genau gemessen wird, könnten präzisere Rückschlüsse gezogen werden, auf welchen Strecken wie viel Salz verbraucht wird, führt Flückiger aus. Die auf den Nationalstrassen gestreute Salzmenge beträgt übrigens etwa sechs Gramm pro Quadratmeter.
Kapazität auf 2900 Tonnen erhöhen
Bisher werden standardmässig in Oensingen rund 2500 Tonnen Losesalz eingelagert, ab 2013 werden es gegen 2900 Tonnen sein. «Wenn wir keinen extremen Winter haben, so reicht das völlig», sagt Flückiger. Der Betrieb Oensingen ist für den Winterdienst auf der Autobahnstrecke A1 von Recherswil bis und mit des Autobahnkreuzes Wiggertal und weiter auf der A2 bis Reiden zuständig, ferner für die A5 von der Verzweigung Luterbach bis Lengnau.
Das in Oensingen eingelagerte Streusalz ist ausschliesslich für den Einsatz auf den Nationalstrassen vorgesehen. Eine Ausnahme bildet die Gemeinde Oensingen, die als Standortgemeinde Streusalz bis zu einer Menge von 100 Tonnen beziehen kann. Dass weitere Gemeinden in Oensingen Salz abholen könnten, sei nicht möglich, betont Dieter Flückiger. Anders sei es bei Engpässen auf den solothurnischen Kantonsstrassen, «da helfen wir nach Absprache gerne aus.»