Hörbar erfreut nimmt Stefan Schneider die Frage entgegen, was denn der positive Entscheid des Bundes zur Weissensteintunnel-Sanierung bedeutet. «Wir haben viele Einwohnerinnen und Einwohner im Dorf, welche den Zug benutzen, um nach Solothurn und zurück zu pendeln», sagt Welschenrohrs Gemeindepräsident. So etwa Kantonsschülerinnen und Kantonsschüler.

Die Strecke, welche nun für 85 Millionen Franken saniert werden soll und somit für die nächsten 25 Jahre gesichert ist, sei eminent wichtig. So werde es auch möglich, das ganze hintere Thal besser zu vermarkten, ergänzt Schneider.

In ein ähnliches Horn stösst Gänsbrunnens Gemeindepräsidentin Rosmarie Heiniger. «Für den Naturpark Thal ist der Bahnhof hier hinten sehr wichtig», erklärt sie. Zum Beispiel seien die Berggasthöfe abhängig von der Bahnlinie.

Reaktionen auf den Sanierungsentscheid

Rosmarie Heiniger, Roland Fürst und Walter Straumann über ihre Freude anlässlich der bevorstehenden Sanierung des Weissensteintunnels.

Zudem zerschlage sich nun vielleicht das Gerücht, dass Banken keine Hypotheken mehr in Gänsbrunnen genehmigen wollen. Sie äussert zusätzlich die Hoffnung, dass sich die Bevölkerungsentwicklung von Gänsbrunnen in Zukunft vielleicht auch etwas erholen werde, eventuell sogar ein Bevölkerungswachstum möglich sei.

Überlebenskampf im Thal

Zur Frage, ob denn mit der Sanierung einer schlecht frequentierten Bahnlinie nicht einfach Heimatschutz betrieben werde, äussern sich Heiniger und Schneider deutlich. «Man muss sehen, dass die Schweiz nicht nur aus Zürich und Genf besteht, sondern eben auch aus den Randregionen», so Schneider.

Dies habe der Bund nun gesehen und umgesetzt. Heiniger fügt hinzu, dass Randregionen bereits andere Nachteile haben. «Wir kämpfen ja bereits ums Überleben, da hilft ein solches Projekt sehr», ergänzt Schneider. Nun sei es jedoch an der Politik, dass die Bahn besser ausgelastet werde, sagt Schneider.

Diese Forderung stellt auch der Bund. Dabei seien natürlich auch die Thaler Gemeinden in der Pflicht. «Ich hoffe, dass die Einwohnerinnen und Einwohner des Thals vermehrt die Bahn nutzen», gibt sich Schneider zuversichtlich.

Weissensteintunnel ist gerettet

Die SBB saniert den Tunnel auf der Eisenbahnstrecke Solothurn-Moutier. Die Umbauarbeiten werden mehrere Millionen Franken kosten.

Der Forderung, dass nun dafür gesorgt werden muss, die Bahnlinie in Zukunft besser auszulasten, pflichtet auch Heiniger bei. «Das geht hier im Dorf vor allem mit Mund-zu-Mund-Propaganda.»

Beim Naturpark Thal klingt es ähnlich. Geschäftsführerin Ines Kreinacke ist entsprechend erfreut über die Entwicklung in Gänsbrunnen. «Das ist natürlich für das Thal als Region, besonders aber für das hintere Thal, von grosser Bedeutung.»

Dasselbe gelte auch für den Naturpark. Es gehe darum, weiter gut angeschlossen zu sein. «Unsere Aufgabe ist es nun, die Frequenzen auf die Linien zu bringen. Welche Angebote können wir bieten, damit die Touristen vom Weissenstein zu uns runterkommen und durch den Tunnel wieder zurück?», fragt Kreinacke.

Dies müsse Hand in Hand mit Solothurn Tourismus gehen. Die zündende Idee, wie dies geschehen soll, sei aber noch nicht geboren.