Der um einen Tag vorgezogene Festgottesdienst zum Tag des heiligen Josefs, Kirchenpatron der Kirche Gänsbrunnen, wurde gleichzeitig als Abschied von der Kirchgemeinde Gänsbrunnen hervorgehoben. Im Jahre 1720 errichtet – also nach 297 Jahren – hat sie am vergangenen Samstag aufgehört zu existieren. Sie wurde mit der Kirchgemeinde Welschenrohr fusioniert.

Zu klein ist die Anzahl der Katholiken, um die staatskirchlichen Aufgaben wahrzunehmen. 36 Priester haben in der Pfarrei Gänsbrunnen gewirkt und 12 Präsidenten in der Kirchgemeinde. Die Pfarrei wurde allerdings schon vor Jahren mit jener in Welschenrohr zusammengelegt.

Im Jahre 2013 wurde nach einer umfassenden Renovation die Kirche St. Josef neu eingesegnet. Sie darf heute ruhig als Schmuckstück betrachtet werden. Im Jahre 2014 hat die Kirche, die auf das Jahr 1628 zurückgeht, den Heimatschutzpreis erhalten.

Auch heiligen Josef übernommen

Zu Beginn des Gottesdienstes in der randvoll gefüllten Kirche erklärte Alt-Domherr Paul Rutz, dass die Welschenrohrer mit der Kirchgemeinde Gänsbrunnen auch den heiligen Josef übernommen haben. Dieser, der Bräutigam der Gottesmutter Maria, sei ein gerechter und aufmerksamer Mann gewesen, ein Mann des Glaubens sowie offen für alles, was Gott von ihm erwartete.

Paul Rutz empfahl den Gottesdienstteilnehmern aufmerksam zu sein und in der Gegenwart zu bleiben. Wer zu stark in der Vergangenheit oder der Zukunft schwelge, laufe Gefahr, die Gegenwart zu verpassen. Der Konsumismus diene heute vielfach dazu, die Gegenwart durchzustehen. Auch wenn der Wind der Kirche ins Gesicht blase, sei Zuversicht angebracht.

Von der Kirche zur Kapelle

Der Festgottesdienst wurde vom Jodlerclub Althüsli, Selzach, unter der Leitung von Georg Heimann umrahmt und hat ihm so eine besinnliche Note gegeben. Patrick Fluri spielte auf der Orgel. Als letzter Präsident der Kirchgemeinde Gänsbrunnen würdigte Robert Haefeli die gute Zusammenarbeit mit Welschenrohr.

Mit der Auflösung der Kirchgemeinde sei das Gotteshaus allerdings von einer Kirche zu einer Kapelle mutiert. Robert Haefeli dankte allen Personen, welche mit ihrer Spende oder ihrem Engagement die grosse Renovation möglich gemacht haben.

Im Anschluss an den Gottesdienst wurde den Besuchern ein Apéro in zwei Zelten offeriert. Dazu spielte das Duett Bergfriede. Allerdings verlangte das nasskalte Wetter etwas Abhärtung. (ASW)