Standen am regulären Abonnements-Konzert neben dem Stadtorchester die Flötistin Polina Peskina und die Harfenistin Claudia Studer im Rampenlicht, so reüssierten an den beiden Kinderkonzerten Patrick Oetterli als Papageno und «Spiritus rector», Andreas Jäggi sowohl als «Königin der Nacht» (!) wie auch als Tamino sowie Stephanie Bühlmann als Papagena und Pamina.

Theresa Lehmann inszenierte das Stück so, dass möglichst viele Kinder ins Geschehen einbezogen wurden und auf der Bühne, angeleitet von Ursula Dreier, kleine Aufgaben übernehmen durften. Die Kleinen liessen sich vom märchenhaften Singspiel mit den Gegenpolen Königin der Nacht und Sarastro, den Prüfungen für das Liebespaar Pamina und Tamino und den lustigen Szenen mit Papageno und Papagena regelrecht verzaubern.

Wer das Glück hatte, als Teil der Schlange oder als Hofdame mitzuwirken, stürzte sich mit Feuereifer in die Aufgaben als Darsteller. Wer nicht zum Zuge kam, genoss die Musik und das bunte Spektakel auf der Bühne.

Virtuose Solistinnen

Verbindendes Glied der unterschiedlichen Programme war die Ouvertüre aus der Mozart-Oper «Die Zauberflöte», welche alle Konzerte eröffnete. Zudem erklang vom Salzburger Meister im Abo-Konzert das bekannte Werk für Flöte, Harfe und Orchester, KV 299. Mit dieser melodiösen Komposition wollte sich Mozart beim flötenspielenden Herzog von Guines und seiner Harfenisten-Tochter einschmeicheln.

Die hervorragende Flötistin Polina Peskina und die ausgezeichnete Harfenistin Claudia Studer indessen schmeichelten den Zuhörenden mit versiertem und flexiblem Spiel. Polina Peskina, geboren in Moskau, ist Mitglied des Theaterorchesters Biel-Solothurn und spielt im «Ensemble Contrechamps Genève» mit. Die Schweizerin Claudia Studer trat unter so bedeutenden Dirigenten wie Sir Colin Davis und Herbert Blomstedt auf.

Die Harfenistin ist nicht nur in der Klassikszene anzutreffen, sondern öffnet sich auch für Jazz, Pop und zeitgenössische Musik. Zwei Instrumentalistinnen, die ihre Passagen mit edlem Klang und die Soloparts mit Raffinesse und Virtuosität zum Leuchten brachten. Das Stadtorchester bot in diesem Konzert die überzeugendste Interpretation des Abends, einen Mozart mit Delikatesse und Schmelz. Das Publikum feierte die Solistinnen und das Orchester mit frenetischem Applaus.

Ehrgeizige Werkwahl

Im Gegensatz dazu blieb das Orchester Beethovens Sinfonie Nr. 7 in A-Dur, dem gewichtigsten Werk des Programms, doch einiges schuldig. Dirigent Harald Siegel wählte für das aus ambitionierten Laien und professionellen Zuzügern zusammengesetzte Stadtorchester mit Beethovens Siebter ein äusserst anspruchsvolles Orchesterwerk, welches die technischen Grenzen des Klangkörpers deutlich offenbarte.

Richard Wagner charakterisierte die von hitzigen Steigerungen und herben Extremen durchsetzte Siebte als «Apotheose des Tanzes». Musikalischer Ehrgeiz in allen Ehren, doch die «Tanzbeine» des Stadtorchesters bewegten sich ein bisschen schwer, um die bacchantischen Wirbel mit der notwendigen Verve zu inszenieren.

Das Gefälle der Streicher zwischen den vorderen und hinteren Pulten war unüberhörbar, auch die oft fehlende Balance der Bläser, wie auch die uneinheitlichen Tempi. Positiv und imponierend war, wie stark Harald Siegel das Rhythmische betonte und sich bemühte, die Musik nicht auseinanderfallen zu lassen. Gemeinsam mit seinen Musikerinnen und Musikern bot er einen solide gespielten Beethoven und einen entzückenden Mozart.