Bunt und trendy sind die Bike Days in Solothurn – und dazu ein wahres Volksfest: Die Aufmerksamkeit ziehen die Aussteller mit spektakulären Shows auf sich, die Besucher wollen und dürfen alles ausprobieren, und mit den omnipräsenten Elektro-Bikes hat die Zukunft begonnen.
Vom klassischen Rennvelo über das schmucke Vorzeigevehikel bis zum futuristischen Elektro-Motorrad war alles vertreten. Die Trends: Die Besucher wollen ausprobieren, und an den Solothurner Bike Days sind die «Flyer» und ihre zahlreichen Konkurrenzprodukte zur Hauptattraktion geworden.
Flyer im Trend
Rund 11 Prozent ist der Marktanteil der Elektro-Velos derzeit zwar nur, am besten verkaufen sich weiterhin die Mountainbikes. Aber Philipp Biberstein vom Luterbacher «Fahradies» hatte alle Hände voll zu tun, um den Besuchern den «Flyer» zu erklären. «Die Leute sind neugierig, aber es sind sich noch nicht alle bewusst, dass ein Elektro-Velo für sie das bessere Fahrzeug wäre als das Auto», sagt Philipp Biberstein.
Flyer im Trend: Bei einer kurzen Probefahrt über den grünen Teppich und die kleine Rampe kommt jeder zum Schluss: Mit einem «Flyer» schaffe ich es sogar wieder auf den Balmberg. «Das ist tatsächlich mit einer einzigen Batterieladung problemlos möglich», erklärt Biberstein. «Auf kurzen Strecken ist man schneller, weil man keinen Parkplatz suchen muss. Der Stromverbrauch fällt kaum ins Gewicht. Mit 20 Rappen kommt man etwa 100 Kilometer weit und hat etwa gleich viel Energie verbraucht wie bei der morgendlichen Dusche.» Die wachsende Konkurrenz sei für den «Flyer» kein Problem. «Wir haben die grosse Erfahrung auf unserer Seite, die Qualität ist hervorragend und mit dem dichten Netz von Akku-Wechselstationen kann man mit dem Flyer durch die ganze Schweiz fahren, ohne selber den Akku aufladen zu müssen.»
Ziel: Selber aktiv werden
«Strom als Antrieb liegt im Trend», sagt auch Martin Schneider von M-Way, einer Tochtergesellschaft der Migros. Die Elektro-Motorräder von M-Way sind eine Nummer grösser und gehören noch zu den absoluten Exoten auf der Strasse. Das soll sich bald ändern, wie Schneider erklärt: «Wir wollen zusammen mit unserem Partner Bosch ein Netz von Ladestationen und Servicecentern aufbauen.»
Probefahren und ausprobieren gehören bei den Bike Days dazu. «Wenn man die Velos nur zeigt, dann kann man heute niemanden mehr überzeugen», erklärt Oliver Lüthi vom Velocenter in Wangen an der Aare, warum er dem Publikum seine Trek-Bikes gratis für Probefahrten überlässt. Die 30 Mountainbikes gehen zwei- bis dreimal pro Tag für eine Stunde mit einem Besucher auf die Runde.
Selber aktiv werden: Nicht weniger als 120 Aussteller präsentierten die Produkte von 350 Marken, und fast an allen Ständen kann der Besucher selber aktiv werden. Auf dem «Pumptrack» konnte man zum Beispiel unter der fachkundigen Anleitung von Olympiateilnehmer Roger Rinderknecht seine Fahrtechnik verbessern. Ganz so virtuos wie die BMXler, die gewagte Sprünge (Dirt Jump) oder den spektakulären Tanz auf dem Bike (Flatland) vorführen, wird man aber das Velo auch nach ein paar Runden auf dem «Pumptrack» noch nicht beherrschen. Und was «Art on Bike» auf der Chantierwiese mit ihrer Trial-Show boten, war sowieso reif für den Zirkus.
Zum dritten Mal in Solothurn
Tolle Stimmung und der Publikumsaufmarsch gross. Ob aber wirklich wieder die vom Bike-Days-OK erhofften 17 500 Zuschauer wie beim letztjährigen Rekord den Event besucht haben, wird die Analyse in den nächsten Tagen zeigen. Sicher ist: Die Bike Days haben für Solothurn positive Effekte. Sie kurbeln den Tourismus an, und die Stadt kann sich der ganzen Schweiz im besten Licht präsentieren.
Die Bike Days wurden dieses Wochenende zwar erst zum dritten Mal in Solothurn durchgeführt, aber sie haben sich in dieser Zeit bereits ihren festen Platz im Veranstaltungskalender erobert.