Fasnacht
Aktualisiert am 19.02.12, um 07:17
 

Neues Höflisingen am Fasnachtsfreitag in Solothurn

In den letzten Jahren prägten exklusive Bälle und Partys den honolulesischen Fasnachtsfreitag. Der Bloosoball, die Kofmehl-Fasnachtspoardy, der Eleven-Kostümball und die Neonowumm-Fasnachtsparty finden alle in «geschlossenen» Räumen statt.
 

Den Freitagabend öffentlich(er) zu machen und närrisch zu beleben, geisterte in verschiedenen Köpfen schon lange herum. Eine siebenköpfige Projektgruppe aus GUSO (Vereinigung der Solothurner Guggenmusigen) und UNO (Vereinigte Fasnachtsgesellschaft Solothurn) nahm sich dieser Idee an. Aarejätter, Mamfi, Guggeschränzer, Guggetschi, Konfettistampfer und Weihere Schränzer guggenseits sowie Schilfrohrsänger, Stedtlischiisser und Elisi als Schnitzelbänke leisteten aktive Geburtshelferdienste. «Es herrschte eine sehr familiäre Stimmung», bilanzierte Thomas Nyffenegger, GUSO-Chef und Leiter der Projektgruppe.

Nicht gerade Heerscharen wurden in den Höflis des Gemeindehauses an der St.Urbangasse und beim Kollegium-Schulhaus an der Goldgasse erwartet. Den Begrüssungsworten von Ober-Ober Max Kaeser im Gemeindehaus-Höfli hörte ein gutes Dutzend zu. «Bis zur Pause fanden sich zwischen achtzig und hundert Leute ein», fand Kaeser den Auftakt gut.

Allerdings blieb dieser Start nicht von Zwischenfällen verschont. Die Apparate für Glühwein und die Heizplatten für warme Zwischenverpflegungen lösten einen Strom- bzw. Lichtausfall aus. Dies bewog die Füüzlüüs, themagerecht sich «les morpions» nennend, mangels dieses Lichtes zum Verzicht.

Beim Kollegium-Hof war ebenfalls nicht nur die Pause ein Killer, sondern das Gitter zwischen Goldgasse und Höfli wirkte als Bremser. Thomas Nyffenegger als Begrüsser und dann der neue Umzugschef Yves Hauri als Ansager hatten das bescheidener erschienene Publikum über diese imaginäre Linie zu locken.

Sobald dann aber die Guggen zu Platzkonzerten an anderen Altstadtpunkten ansetzten, zogen sie sofort eine sehr durchmischte Zuhörerschaft an. «Zwei, drei Jahre Anlaufzeit für diesen Freitagabend braucht es schon», sagt Stedtlischiisser Rolf Gilgen. Er sieht Entwicklungspotenzial.

(az Solothurner Zeitung)