Solothurner Fasnacht
Aktualisiert am 02.02.12, um 14:04 von Wolfgang Wagmann
 

Gratis-Fasnachtszeitung schon ab Samstag zu haben

«11-Minuten»-Ausschnitt: FDP-Wahlkämpfer Charlie Schmid wird ganz schön durch den Kakao gezogen. zvg
Es ist wieder Zeit für die Fasnachtszeitungen voll närrischer Seitenhiebe. Da bekommt so mancher sein Fett weg. Bereits am Wochenende erscheint das Gratisblatt «11 Minuten». von Wolfgang Wagmann
 

Noch liegen die Bezahlzeitungen «Postheiri» und «Hudibras» arg in den Geburtswehen, und schon leistet das kecke Gratisblatt «11 Minuten» quasi fasnächtliche Hebammendienste: Da es ab diesem Samstag und nicht erst in einer Woche verfügbar wird, sind die ersten Trends im närrischen Agendasetting bereits (ab)lesbar. So ist der neue Ober-Ober der Vereinigten Fasnachtsgesellschaft UNO, Max Kaeser, ein mindestens so happiges Ziel wie der Rest von Honolulus Prominenz inklusive Ständeratskandidaten.

Sagt doch angesichts des fasnächtlichen «Revolutionsführers» das Gratisblatt den Supergau schon auf der Titelseite voraus: «Kaum ist Kaeser an der Macht, geht die Welt unter!» Und da uns die letzte Fasnacht aller Zeiten droht, legt «11 Minuten» gleich» nach: Schön umgesetzt von Zeichner Rolf Imbach lässt «Maxi King Kaeser» die Narrenpuppen an den Faden über die neue Umzugsroute tanzen – auch wenn diese «nur es chlyses Träumli» geblieben ist.

Wenn der Berg ruft

«11 Minuten» verschont die Leserschaft vor allzu langen Textblöcken und setzt mehr denn je auf freche Collagen und Fotoserien mit Sprechblasen. Eine ganze Seite widmet es dem Kurhaus-Wirtepaar Bethli und Werner Käser, das verschiedenste Gäste unter dem Titel «Der Berg ruft» begrüsst. Auch wenn die Textblasen teilweise recht abstrus sind – am Schluss kann das gute Bethli beruhigt sein: Es weiss, was unten im Tal und im Stedtli vor sich geht.

«Fakebook» als neues Medium beschäftigt sich mit der Stapo und ihren fünf Freunden, und in einer Presseschau, gewidmet der «Zeltwoche» wird ein echt fasnächtlicher Skandal vollends skandalisiert. Oder brandaktuell: «Heuer gabs noch kein Feuer.»

Viele Gags

Eine weitere gelungene Themaseite widmet sich den diversen «Rölli-Spielen» des Chris R. aus S., in Gewerbe- und Musikkreisen bestens bekannt. Mit allerhand schrägen und sonstigen Vögeln setzt sich die Seite «Vogelperspektive» auseinander ganz nach dem Motto: «Live aus der Voliere: Holt mich hier raus – ich bin kein Star.»

Am meisten hergegeben hat offenbar Pirmin Bischof mit Gefiederbegriffen wie «Wendehals», «Lachmöwe» oder «Sympathiewellensittich» vor Kurt Fluri, der es als fünffacher «PapaGei» oder in der letzten Zeit als «Trauerschnäpper» auf etliche Zeilen weniger bringt als sein Ständerat-Kontrahent der CVP. Fazit: Ein vor allem grafisch professionell aufgemachtes Fasnachtsblatt mit vielen Gags und mehr Lokalkolorit als auch schon – und für die treue Leserschaft gibts auf der Titelseite sogar ein sackstarkes «Extra».

«11 Minuten» ist ab diesen Samstag gratis erhältlich bei: Blumen Studer, Chicken Chaotikum, Jägerstübli, Restaurant Chez Fritz, Walter Architekten, Chuchilade, Restaurant Sternen, Max Kaeser Stahl- und Metallbau, Le Coiffeur, Kerzen Jeger, Linea Bertoli und Cantina del Vino.

(az Solothurner Zeitung)