Wo gehobelt wird, da fallen Späne. Wo geschwungen wird, da fliegen sie. Noch befindet sich der zweistöckige Neubau aus Holz im Mittleren Brühl in der ersten dieser Phasen, denn noch liegt hier kein Sägemehl aus sportlichem Anlass. Immerhin: Gestern Freitag feierte der Schwingklub Solothurn und Umgebung die Aufrichte der neuen Schwinghalle im Westen der Stadt.

Definitionsgemäss ist damit der Rohbau unter der Bauherrschaft der Stadt abgeschlossen. Was folgt, ist die Innenausstattung, die der Schwingklub selbst an die Hand nimmt. «Im Sommer wollen wir mit dem Betrieb starten, voraussichtlich im Mai oder Juni», stellt dazu Projektleiter Thomas Zindel in Aussicht. «Dieser Bau ist ein Meilenstein für den Klub.» Und der nächste folge 2018, wenn der Verein sein 100-Jahre-Jubiläum feiere, kündigte Zindel anlässlich der Aufrichte vor den anwesenden Projektpartnern an.

Thomas Zindel über den Neubau des Schwingklubs Solothurn

Ein Rundgang durch den noch Rohbau des Schwingklubs Solothurn sowie ein Interview mit Thomas Zindel über die Gründe und Notwendigkeit des Neubaus.

Politische Hürden gemeistert

Bereits an der Generalversammlung 2015 hatte sich punkto Nachwuchsfrage ein Bedarf nach neuer Infrastruktur aufgedrängt, erinnert sich Zindel. Beengte Verhältnisse und stickige Luft im Schwingkeller unter der Reithalle machten zu schaffen. Ebenso war man unter anderem durch Ferienzeiten in der Flexibilität der Trainingstermine eingeschränkt.

Ein aus dem Verein rekrutiertes Projektteam widmete sich dieser Angelegenheit, die alsbald über die Sportkommission ans Stadtbauamt gelangte. Zusammen mit Hochbauleiter Lukas Reichmuth wurde eine Lösung erarbeitet, die an schon bestehende Pläne im Mittleren Brühl anschliessen konnte: Bereits projektiert war nämlich ein Garderobenpavillon für dort ansässige Fussballclubs. «Danach kam ein politischer Prozess in Gange: «Wir meisterten die drei Hürden Gemeinderatskommission, Gemeinderat und Gemeindeversammlung», so Zindel. Gerade in der abschliessenden Bauphase im Dezember sei man dank des trockenen Wetters rasch mit dem Bau vorangekommen.

So übernimmt der Klub die Halle, die als Anbau des Garderobenpavillons realisiert wurde, als Rohbau in Miete von der Stadt. Für den Innenausbau sind 350 000 Franken budgetiert, die bereits grossteils via Sponsoring in die Vereinskasse geflossen sind. Nach Support vor allem durch Geldgeber aus der Region fehlen aktuell noch rund 20 000 Franken zum Budgetziel.
Geht es nach dem Verein, so ist die Halle nicht nur eine Investition, die den eigenen rund 50 Schwingern zugutekommt. «Die Halle ist auch wegweisend für den Kantonalverband und den Nordwestschweizer Verband», erklärte Zindel. So können künftig Trainingszusammenzüge der Verbände oder anderer Vereine in dieser Halle stattfinden.

Funktionalität, aber auch Optik

Hugo Schumacher, der für den Innenausbau verantwortlich zeichnet, führte das Publikum durch die Räumlichkeiten: Im Untergeschoss wird dereinst das Sägemehl liegen. Insgesamt vier Paarungen können hier gleichzeitig stattfinden, auch entsprechende Zuschauerbereiche sind vorgesehen. Im Obergeschoss wird ein (sägemehlfreier) Trainingsraum installiert, ebenso Duschen und Garderoben. Ferner wird das Gebäude über einen Wäscheraum verfügen, um die Trainingsbekleidung zu reinigen. «Doch nicht nur um Funktionalität soll es hier gehen. Auch auf die Optik legen wir Wert», so Schumacher.