«Es geschehen noch Zeichen und Wunder», bemerkte ein Einwohner an der Gemeindeversammlung in Hägendorf. Nicht etwa, weil er den Stern zu Bethlehem erblickt hatte, sondern – etwas profaner – das Budget 2017: «Hägendorf schreibt schwarze Zahlen.» Nach der Umsetzung der Grossprojekte Raiffeisenarena und Schulhausneubau rechnet die Gemeinde für das kommende Jahr nämlich mit einem Ertragsüberschuss von 444'000 Franken; dank Reduzierung nicht unbedingt nötiger Ausgaben schliesst das einstimmig verabschiedete Budget 2017 um 810'000 Franken besser ab als der Vorjahresetat. Eine Steuererhöhung sei nicht vorgesehen, wie Uli Ungethüm, Ressortchef Finanzen, den 36 Stimmberechtigten mitteilte. Der Steuerfuss bleibe unverändert bei 107 Prozent.

Haupttraktanden der vorweihnachtlichen Sitzung bildeten die Sanierung der Wasserleitung Dünnernstrasse sowie die Sanierung der Wasserleitung Grossmattstrasse. Beide seien schon seit mehreren Jahren vorgesehen und drängten sich wegen des schlechten Zustands der Leitungen auf, erklärte Ressortchef Bau Helmut Nadig. Die Investitionsanträge von 229'000 und 249'000 Franken wurden von den Anwesenden denn auch einstimmig und diskussionslos gutgeheissen. Die betroffenen Anwohner würden etwa einen Monat vor Beginn der Bauarbeiten orientiert, so Nadig.

Damit war man bereits beim Punkt «Verschiedenes» angelangt. Wie so oft bestand hier der grösste Gesprächsbedarf. «Es kann nicht sein, dass ein Gebiet ausgesteckt wird und das Volk nicht informiert wird», liess sich ein aufgebrachter Einwohner vernehmen. Er war überzeugt, dass besagtes privates Land der Linienführung der Entlastungsstrasse Wangen–Olten zum Opfer falle.

Gemeindepräsident Albert Studer beschwichtigte: Die Entlastungstrasse führe wie geplant der Bahnlinie entlang; Landeigentümer seien zu entschädigen. Schliesslich konnte das Ganze aber als Missverständnis aus der Welt geschafft werden: Mit der Entlastungsstrasse habe die Vermessung nichts zu tun, es handle sich um eine Neuzuteilung der Grundstücke.

Zu reden gab auch die Raiffeisenarena. Weil ein Anlass kurzfristig abgesagt, die Information aber nicht weitergeleitet wurde, wich die SVP am selben Datum in die Tennishalle Balsthal aus. Der Gemeinde sei dadurch Geld durch die Lappen gegangen, so der Einwohner.

Gemeindepräsident Studer gab zu bedenken, dass die Halle erst knapp ein Jahr in Betrieb sei und man aus solchen Fehlern lerne. Er wünschte frohe Festtage, welche die bereits nadelnde Tanne im Saal wohl nicht mehr erleben wird.