«Viele Leute glauben, Raumplanung sei ein Papiertiger», schüttelt Gemeindepräsident Peter Hodel den Kopf. «Dabei wird jetzt an der Zukunftskonferenz eigentlich alles bestimmt: Bildung, Infrastruktur, Finanzen.» Die Zukunftskonferenz Schönenwerd 2040, die am Freitagabend und Samstagmorgen im Casino stattfindet, ist der Start zur Ortsplanungsrevision.

«Hier können die Leute sagen: Welche Möglichkeiten sehen sie für Schönenwerd, in welche Richtung soll es gehen?», erklärt Hodel. Aus den Ergebnissen der Zukunftskonferenz wird die Arbeitsgruppe Ortsplanungsrevision einen Entwurf für das neue Leitbild erarbeiten, zu dem es eine Ergebniskonferenz geben wird. «Ziel ist, dass wir Ende dieses Jahres der Gemeindeversammlung unser neues Leitbild vorlegen können», erläutert Hodel den Zeitplan.

Von der Zukunftskonferenz erwartet die Gemeinde Inputs aus möglichst vielen Teilen der Dorfbevölkerung: Ortsparteien, Eltern, Junge, Senioren, Kultur, Gewerbe, Vereine, Kirchen und Bürgergemeinde wurden eingeladen, auch nicht stimmberechtigte Ausländer können sich äussern.

Aktuell liegt die Bevölkerungszahl knapp unter 5000. Die am Dienstag veröffentlichte Bevölkerungsprognose für den Kanton Solothurn sagt Schönenwerd bis 2040 immerhin zwischen 5200 und etwa 6000 Einwohner voraus. «Neue Einzonungen sind in Schönenwerd keine mehr vorgesehen», hält Gemeindepräsident Hodel fest. Ausnahmen werde es höchstens noch punktuell geben, etwa im Spitzacker an der Grenze zu Gretzenbach, der nicht mehr für das Reservoir benötigt wird.

Zurzeit entstehen neue Lofts auf dem Kopp-Areal (Baumstrasse/Schöneggstrasse), und demnächst ist mit der Überbauung des Lindenareals (westlich der Bahnhofstrasse) zu rechnen. Als grösseres zusammenhängendes Baugebiet nennt Hodel an erster Stelle ein Areal der Bürgergemeinde westlich der Firma Schenker Storen, zwischen Höhefeldstrasse und Wiesenstrasse: Dort sieht ein Gestaltungsplan 72 zusammengebaute Einfamilienhäuser vor. Alles offen ist für den Ökonomieplatz westlich des alten Dorfkerns. Wachstum ist aber auch durch innere Verdichtung bereits überbauter Gebiete möglich. Soll etwa das noch relativ locker überbaute Quartier Gisihübel verdichtet werden? «Wir möchten hören, wo und unter welchen Bedingungen die Bevölkerung ein Potenzial zu Verdichtungen sieht», sagt der Gemeindepräsident.

Ein Thema bleibt der Durchgangsverkehr von etwa 20'000 Fahrzeugen täglich auf Haupt- und Gösgerstrasse. «Dort muss die Gemeinde ein Maximum an Verbesserungen herausholen», ist Hodel überzeugt. Jetzt sind Ideen gefragt.

Zukunftskonferenz Schönenwerd 2040: Freitag, 17. März, 19 bis 21.50 Uhr, und Samstag, 18. März, 8 bis 11.50 Uhr, im Casino.