«Wir stossen an die Grenzen unserer Kapazität. Deshalb suchten wir schon länger nach Möglichkeiten, unseren Betrieb an einen anderen Standort zu zügeln.» Jürg und Bettina Werren führen Metallbau Werren+Lehmann seit 2003. Seit 114 Jahren ist die Firma an der Luzernstrasse 16 in Derendingen angesiedelt. Ursprünglich eine Schmiede und immer ein Ein-Mann-Betrieb ist die Firma gewachsen.

Heute sind sechs Mitarbeiter fest angestellt, im Sommer kommt ein siebter dazu. Zwar habe man in Derendingen zusätzlich zur Werkstatt noch ein Lager gemietet, trotzdem sei das Arbeiten von der Logistik her gesehen relativ kompliziert. «Schwierig war auch immer die Lieferung von Material oder das Ausliefern unserer Konstruktionen», so Jürg Werren. Die Firma liegt nicht nur an einer stark frequentierten Strasse, es muss auch ein Trottoir überfahren werden, um in die Produktionshalle zu gelangen.

Neubau im Industriegebiet

Doch damit ist jetzt Schluss. Am Montag durften Werrens gemeinsam mit ihren Angestellten den Spatenstich für einen Neubau an der Industriestrasse 16 in Deitingen feiern. «Wir wären gerne in Derendingen geblieben, aber es gab keinen geeigneten neuen Standort für uns.» Der Neubau ist 20 mal 30 Meter lang und rund 9 Meter hoch. Der Einzug ist auf Dezember geplant. Dann können die grossen Lastwagen direkt in die Halle hinein- und auch wieder hinausfahren.

Der Betrieb wird zudem neu in einen Lager- und einen Werkstatt-Bereich aufgeteilt. Dazu kommen Duschen, ein Aufenthaltsraum für die Mitarbeitenden, Büroräumlichkeiten und ein Sitzungszimmer. Sollte die Firma weiter wachsen, dann wäre das Grundstück in Deitingen gross genug, für eine Erweiterung. Die Firma Metallbau Werren+Lehmann arbeitet zu 95 Prozent in der Region und verwendet wo immer möglich Material aus der Schweiz.

Für den Neubau wurden die Arbeiten deshalb auch an Firmen aus der Region vergeben. Fenster und Türen werden als Eigenleistung hergestellt und eingebaut. Das Gebäude wird besser isoliert, als es der Standard bei Industriebauten verlangt. «So können wir die Energiekosten stark senken.» Zudem werden Fotovoltaikelement in der Fassade eingebaut. «Damit wird die Wärmepumpe für die Heizung betrieben», erklärt Bettina Werren.

Nischenprodukte anbieten

Die Firma bietet alle gängigen Arbeiten und Produkte einer Metallbaufirma an. Daneben versucht man mit Nischenprodukten zu punkten. Dazu gehören beispielsweise Solargeländer für Balkone und Terrassen. Auch Auto- und Velounterstände mit Fotovoltaikelementen sind heutzutage gefragt. Die Firma ist zudem zertifiziert nach EN 1090. «Dabei geht es um Bemessung und Herstellung von tragenden Bauteilen und Tragwerken aus Stahl und Aluminium», erklärt Jürg Werren.

«Wir wollen die ganze Palette an Arbeiten anbieten und fertigen unsere Konstruktionen möglichst von Grund auf selbst. Nur so können wir auch unsere Lehrlinge richtig ausbilden.» Jürg Werren engagiert sich nicht nur für seine eigenen Lehrlinge, sondern auch in seinem Berufsverband. «Metall+du» heisst die Plattform für die Lehrlinge, in der er sich aktiv engagiert. «Metallbauer ist ein vielfältiger Beruf. Wir fertigen Fenster, Türen, Geländer, Autounterstände Wintergärten, aber auch Brücken oder Passerellen.»

Werrens ziehen mit einem lachenden und einem weinenden Auge aus Derendingen weg. «Wir bleiben in der Gemeinde wohnen.» In Deitingen freut man sich, dass das brach liegende Industrieland nun überbaut wird und dass Arbeitsplätze nach Deitingen kommen, wie Gemeindepräsident Bruno Eberhard erklärt.