Der Gewinn aus der Erfolgsrechnung im Budget 2017 in Höhe von 796'000 Franken täuscht. Er setzt sich zusammen aus der geplanten Auflösung der Spezialfinanzierung Elektra. Diese 474'000 Franken sollen für die Schuldentilgung eingesetzt werden. Weitere 133'000 Franken sind wie die Elektra-Auflösung noch vom Souverän zu bewilligende Einnahmen. Und das eigentliche Plus aus der Rechnung beträgt bei einem Aufwand von 3, Mio. Franken und einem Ertrag von 3,88 Mio. Franken gerade mal 188'000 Franken.

Die Gemeinde sei damit nicht «aus dem Schneider». «Unsere Einnahmen reichen noch nicht für unsere Ausgaben», klärte Gemeindepräsident Roger Siegenthaler die Lage. «Unser Bilanzfehlbetrag von 1,2 Mio. Franken bei einem Fremdkapital von 5,5 Mio. Franken muss ausgeräumt werden, damit wir möglichst bald wieder Eigenkapital aufbauen können». Finanzverwalterin Petra Carulli hat das Budget mit Steuereinnahmen von 2,86 Mio. Franken mit dem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozentpunkten errechnet.

Bereit sein für den Ernsteinsatz

Bevor sich der Gemeinderat mit der zweiten Lesung des Budgets auseinandersetzte, begründete Feuerwehrkommandant Marco Caspar die Kostenaufstellung der Feuerwehr mit rund 93'000 Franken. «Durch vorgeschriebene Pflichtübungen und Ausbildungskurse wollen wir jederzeit bereit sein für den Ernsteinsatz, der möglichst ohne Risiko für unsere Mitglieder ablaufen soll», verwies Caspar auf notwendigen Materialersatz und auch auf die Freiwilligkeit der Feuerwehrangehörigen. «Im Vergleich mit den höheren Budgets der umliegenden Feuerwehren reichte in den letzten Jahren unser Geld nur knapp, damit wir unseren Job machen können.»

Weil überall gespart werden muss, hatte sich der Gemeinderat aber schon in der ersten Lesung auf eine Kürzung der Feuerwehrausgaben auf 79'650 Franken verständigt. Dies aber mit dem Wissen, dass mögliche Ernsteinsätze nicht von vornherein budgetiert werden können.

Die Investitionen in Sanierungen und Erneuerungen, die unbedingt nötig sind, belaufen sich netto auf 626'000 Franken.

Stromrappen einführen

An der Gemeindeversammlung am 5. Dezember wird sich der Souverän mit haushaltsrelevanten Fragen beschäftigen müssen. Zusätzliche Einnahmen müssen aus Ratssicht generiert werden. Urs Affolter, Leiter des Finanzressorts, wird eine neue, in vielen Gemeinden geläufige Abgabe in Form eines Stromrappens pro Kilowattstunde zur Abstimmung bringen. Nachdem das gemeindeeigene Stromnetz verpachtet werden soll, und wie erwähnt die Elektra- Spezialfinanzierung zur Schuldentilgung verwendet wird, könnte sich die Gemeinderechnung durch einen kleinen Aufschlag für Stromkunden um 33'000 Franken verbessern. Damit diese Belastung für einzelne Stromverbraucher erträglich bleibe, wird sie auf 200 Franken jährlich «gedeckelt».

Auch das Abfuhrwesen soll neu organisiert werden. Bisher fand die Kehrichtentsorgung alle 14 Tage statt, und das Grüngut wurde von Sammelplätzen abgeholt. Nun soll der Kehrrichtwagen jede Woche Lüterkofen ansteuern, und dazu eine Grünabfuhr vom Hausplatz weg alle drei Wochen oder im publizierten Turnus. Kosten wird das Gesamtpaket künftig für alle Kategorien 60 Franken zusätzlich. Das Geschäft soll an der Gemeindeversammlung mit Fakten und Zahlen ausführlich vorgestellt werden.