Rund 40 Personen fanden sich am Donnerstagabend zur Mitwirkungsveranstaltung ein und äusserten ihre Wünsche zur Gestaltung des Dorfzentrums. Bereits wurden auch 120 Fragebogen ausgefüllt und abgegeben, wie Cyrill Spirig (Präsident Kommission Dorfzentrum) mitteilte. Vizegemeindepräsident Pascal Kissling war sich sicher: «Das ist ein super Tag für Horriwil. Endlich kann die Bevölkerung etwas zur Gestaltung des Dorfzentrums sagen».

«So schnell als möglich», möchte die Kommission Dorfzentrum weiter an der Planung arbeiten. Konkret heisst das, dass die Fragebogen bis Mitte März ausgewertet und danach Grundlagen in Form eines Pflichtenheftes für einen neuen Gestaltungsplan ausgearbeitet werden (siehe Kasten). Ziel ist, so Spirig auf Nachfrage, dass sich die Bevölkerung nach den Sommerferien erneut in einer Mitwirkung äussern könnte.

Konkrete Aufträge erteilt

Spirig ging zu Beginn der Veranstaltung nochmals auf die Geschichte der Planung im Dorfzentrum ein, die 1975 begann. Vorläufig letztes Kapitel darin ist der Entscheid des Gemeinderates vom 21. September 2016, den Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord zurückzuweisen und unter öffentlicher Mitwirkung teilweise zu überarbeiten (wir berichteten mehrmals).

Im Oktober wurde die Spezialkommission Dorfzentrum ins Leben gerufen und erhielt konkrete Aufträge des Gemeinderates. Diese lauten: Eine einvernehmliche Lösung für sämtliche Anliegen seitens Gemeinderat, Bevölkerung, inklusive Einsprecher, sowie der Bauherrschaft finden. Eine öffentliche Mitwirkung möglich machen. Die Verkehrssicherheit, insbesondere auch auf dem Schulweg, zu gewährleisten. Dabei gleichzeitig eine Gesamtbetrachtung der verkehrstechnischen Erschliessung anzustellen. Explizit ist zudem der Entscheid über die Dachform eingeschlossen.

Bedenken vonseiten des Kantons

Spirig zeigte auf, welche Mängel der Gestaltungsplan Dorfzentrum Nord aus Sicht der Behörden hat. Diese seien auch von den kantonalen Behörden beanstandet worden. So sei der Gestaltungsplan unvereinbar mit den ortsbaulichen Richtlinien, weil die dort ausgewiesenen Grünräume eingeengt würden.

Damit werde auch die Gliederung des Siedlungsgebietes arg geschwächt. Zusätzlich bemängelte der Kanton in der Vorprüfung, dass die Bauten einerseits zu tief und andererseits zu wenig breit seien. Weitere Mängel, die Spirig aufzeigte, sind die Sichtweiten bei der Einfahrt in die Grabackerstrasse und die Benachteiligung der Bürgergemeinde. Klar ist für Spirig zudem, dass vor der Auflage eine öffentliche Mitwirkung nötig gewesen wäre.

Mitwirken bis Ende Februar

Noch bis Ende Februar läuft die Umfrage der Bevölkerung zur Gestaltung des Dorfzentrums in Horriwil. Der Umfragezettel wurde allen Einwohnerinnen und Einwohnern zugestellt und kann auf dem Internet heruntergeladen werden. Die Umfrage kann zudem auch online ausgefüllt werden.
In der Umfrage werden konkrete Fragen zur Dachform, zur Eingliederung einer künftigen Überbauung in der Kernzone, zu einem allfälligen neuen Dorfplatz und der Wunsch nach Ladengeschäften gestellt. Unter Punkt 5 ist Platz für persönliche Anmerkungen. (rm)

Als problematisch für die Planung im Dorfzentrum erweist sich weiter, dass bestehende Gestaltungspläne, die ortsbaulichen Leitlinien und der zurückgewiesene Gestaltungsplan Nord verschiedene verkehrstechnische Erschliessungen, einmal auf die Hauptstrasse und einmal auf die Grabackerstrasse, vorsehen. Ebenso schwierig sei, dass die Gestaltung des Dorfzentrums vorgezogen werden müsse, während die Ortsplanrevision noch nicht angegangen wurde. Bemängelt wurde zudem, dass das aufgelegte Projekt den Wunsch nach dem Bau von altersgerechten Wohnungen nicht berücksichtigt.

Meinungen gehen auseinander

Nach jedem Themenblock wurde eine Diskussionsrunde, moderiert vom neu gewählten Gemeindepräsidenten Martin Rüfenacht, eingeschaltet. Dabei zeigte sich, dass die Themen Dorfplatz und allfällige neue Ladengeschäfte zweitrangig sind. Die «Dachform» und die «Eingliederung der Bebauung in die Umgebung» zeigten aber auch am Donnerstagabend komplett gegenteilige Meinungen innerhalb der Bevölkerung. Zudem sind für viele die beiden Themen als eines zu behandeln.

Ein Teil der Anwesenden votierte für Flachdächer im Dorfzentrum, andere wollten ein Einheitsbild im ganzen Dorf und sprachen sich klar für Satteldächer aus. Die Frage wurde aufgeworfen, wie das Dorfzentrum in 20 Jahren auf die Bevölkerung wirkt: «Wir müssen doch in die Zukunft denken» und «wollen wir zum Ballenberg im Wasseramt werden», fragten Anwesende.

Beispiele von Flach- und Satteldachbauten aus Nachbargemeinden wurden in der Diskussion als Beispiele aufgeführt. Cyrill Spirig hatte Bilder dazu. «Es gibt sowohl gute Lösungen mit Flachdach und Attika, als auch solche mit Satteldach», erklärte er. Bei einem Bau mit Flachdach könne man viel erreichen, wenn die Fassade gestaltet werde.

Angesprochen wurde auch das sehr restriktive Baureglement der Gemeinde. «Das sollte aufgelockert werden. Nicht einmal Lukarnen sind heute möglich.»

Pascal Kissling machte klar, dass die Planung alleine nichts nützt: «Wir brauchen auch einen Investor, der das alles baut.» «Wieso investieren wir nicht selbst?», wurde daraufhin gefragt. Einig waren sich alle darin, dass im Dorfzentrum qualitativ hochstehende Bauten realisiert werden sollen, die nicht nur auf schnelle und hohe Rendite abzielen.