Das Schutzalter für Prostituierte wird im Kanton Solothurn angehoben. Künftig müssen Frauen, die ihren Körper anbieten, mindestens 18 Jahre alt sein. Diesen Entscheid des Kantonsrates findet Iris Schelbert gut: «Es ist ein kluger Entscheid.» Sexarbeit sei sowieso ein schwieriges Thema, meint die Stadträtin, zuständig für die Öffentliche Sicherheit.

Wie viele Prostituierte in Olten auf dem Strich arbeiten gehen und unter 18 Jahre alt sind, weiss sie jedoch nicht. Sie kann nur schätzen: «Es sind sehr wenige bis keine Frauen.»

Auch Mark Haggenmüller, Kommandant bei der Stadtpolizei Olten, ist noch keine Frau auf dem Strassenstrich aufgefallen, die unter 18 Jahre alt wäre. Garantieren könne man jedoch nicht, dass so junge Frauen an der Haslistrasse arbeiten würden. «So junge Frauen werden häufig auch von Zuhältern zu Sexarbeit gezwungen», fügt Schelbert an.

Rondellen während zwei Monaten abgesperrt

Weil die Freier die Verkehrsregeln in der Haslistrasse nicht eingehalten und im absoluten Halteverbot der beiden Rondellen am Ende der 300 Meter langen Strasse angehalten haben, führte die Stadtpolizei während zwei Monaten starke Kontrollen durch.

Ab 20 Uhr wurden die Kreisel mit Gitter abgesperrt. Die Frauen konnten sich also nicht mehr in diesem Bereich aufstellen. Folglich wurde auch kein Freier wegen Anhalten im Halteverbot gebüsst, wie die Stadtpolizei mitteilt.

«Situation hat sich beruhigt»

Seit Montag werden die Absperrungen nicht mehr aufgestellt. «Die Situation hat sich sehr beruhigt», resümiert die zuständige Stadträtin Iris Schelbert. Nach wie vor würde die Polizei die Haslistrasse beobachten. Verkehrs- und Personenkontrollen würden weiter durchgeführt. «Sobald Prostituierte wieder da stehen, schliessen wir die Rondellen definitiv.»

Nun stellt sich die Frage: «Halten sich die Frauen freiwillig daran, oder nutzen sie es wieder aus?»