Der Kanton Solothurn hat bei der Sanierung der Passwangstrasse Nord auf die falschen Ingenieure gesetzt, wie jetzt bekannt wird. Denn die Fachleute arbeiteten ein Projekt aus, das laut einem unabhängigen Experten «massgebende Projektierungsmängel» beinhaltete. Deshalb hat die Regierung am Dienstag beim Kantonsrat einen Zusatzkredit über 7,8 Mio. Franken geltend gemacht – zusätzlich zu den 13,7 Mio. Franken, die das Parlament bereits im Dezember 2013 für die Sanierung der Strasse gesprochen hatte. Das zusätzliche Geld brauche es, um die Arbeiten nun nachträglich korrekt auszuführen.

Inzwischen hat der Kanton den Ingenieurvertrag mit der damals beauftragten Ingenieurgemeinschaft aufgelöst und die Arbeiten neu vergeben. «Das mangelhafte Bauprojekt wurde überarbeitet und weiterentwickelt», hält der Kanton nun fest. Die Überprüfung zeigte, dass die beauftragte Ingenieurgemeinschaft insbesondere bei der Fundation der talseitigen Stützmauer nördlich des Tunnels Fehler machte.

Die Dimensionierung der Fundation sei schlicht «untauglich» gewesen, heisst es in der Botschaft zum Zusatzkredit. Die Ingenieurgemeinschaft habe ihre geologischen Untersuchungen zu wenig vertieft, obwohl die Lage und Beschaffenheit der für die Fundationen relevanten Felsfläche «nur ungefähr bekannt gewesen» seien. So hätten die Ingenieure eine Winkelstützmauer auf 5 bis 6 Meter langen Grossbohrpfählen vorgesehen.

«Die geologischen Untersuchungen zeigten, dass die Felsoberfläche in einer Tiefe von bis 15 Meter liegt und der darüber liegende Hangschutt nicht genügend tragfähig ist.» Nun wird eine andere Konstruktion gewählt. Ebenso ist die bergseitige Stützmauer in einem schlechteren Zustand als angenommen. Sie wird deshalb nördlich des Tunnels auf 800 Metern Länge saniert. Diese Massnahmen verursachen Mehrkosten von 5,4 Mio. Franken.

Zudem wird nun die Strassenentwässerung ersetzt (0,8 Mio.). Für 1,1 Mio. Franken wird die Tunnelentwässerung saniert und eine Ampelanlage verbaut, die künftig verhindern soll, dass sich Lastwagen im Tunnel kreuzen. Immerhin: «Die dem Kanton Solothurn entstandenen planerischen Mehraufwendungen wurden bei der Ingenieurgemeinschaft geltend gemacht und durchgesetzt», heisst es.