Schon wieder eine positive Nachricht für den Werkplatz Solothurn: Nach Ansiedlungs- und Ausbauprojekten wie Biogen, Megasol oder zuletzt Ypsomed ist nun Itema an der Reihe. Der zur gleichnamigen italienischen Firmengruppe gehörende Webmaschinenhersteller hat den Mietvertrag für die Produktionshallen auf dem Areal Riverside in Zuchwil verlängert.

Gleichzeitig kündigt die Firma Investitionen von fünf bis zehn Millionen Franken über die nächsten zwei Jahre an. Der Mietvertrag sei für zehn Jahre – mit Option auf Verlängerung – abgeschlossen worden, erklärt Christian Straubhaar, Werksleiter und Mitglied der Geschäftsleitung der Itema (Switzerland) AG, auf Anfrage. «Das ist ein klares Bekenntnis der Firmengruppe zum Standort Zuchwil.»

«Wunderbar und nachhaltig»

Auch die Swiss Prime Anlagestiftung als Eigentümerin des Riverside-Areals ist überzeugt, damit zur Erhaltung von Arbeitsplätzen in der Region beitragen zu können, erklärt Anlagechef Thomas Grossenbacher. Die Stiftung hat das Areal soeben von der börsenkotierten Immobiliengesellschaft Swiss Prime Site übernommen, welche ihrerseits das Gelände Ende 2012 gekauft hatte.

Insgesamt umfasst das Riverside eine Nutzfläche von rund 100 000 Quadratmetern, wovon über vier Fünftel vermietet seien, so Grossenbacher. Für die restlichen Flächen in den Hallen werden Mieter gesucht und einzelne weitere Gebäude würden nach der Erneuerung bald in die Vermarktung gelangen. Die Vertragsverlängerung ist «ein wunderbares und nachhaltiges Weihnachtsgeschenk für die 150 Angestellten der Itema auf dem Aral Riverside», wird Zuchwils Gemeindepräsident Stefan Hug in einer Medienmitteilung zitiert.

Die Investitionen im Werk Zuchwil seien geplant für die Anschaffung modernster Werkzeugmaschinen und Automatisierungssysteme, erklärte der Werksleiter. Dieser Schritt sei nötig, um den Automatisierungsgrad zu erhöhen und damit die Produktionskosten zu senken. «Wir wollen noch effizienter werden.» Die Neuinvestitionen führten aber nicht automatisch zu einem Stellenaufbau. Der Personalbestand entwickle sich nach dem Absatzmarkt.

Auftragslage ist «gut»

Die momentane Auftragslage sowie die Aussichten für das kommende Jahr beurteilt Straubhaar als «gut». Es sei dank rascher Reaktion auf den Frankenschock im Januar gelungen, dessen negative Auswirkungen aufzufangen. Man habe die Verkaufspreise anheben können, die Arbeitszeit sei von 40 auf 43 Stunden verlängert und die internen Abläufe optimiert worden. «Das Gesamtpaket hat sich positiv ausgewirkt.» Die Massnahme der Arbeitszeitverlängerung bleibe aber mindestens bis Ende März 2016 in Kraft. In diesem Jahr sind rund 140 Webmaschinen produziert worden. Den Umsatz beziffert er auf rund 100 Millionen Franken.

Itema hat 2001 die «Reste» der ehemaligen Sulzer respektive Sultex übernommen. In Zuchwil werden Projektil-Webmaschinen – das Projektil klemmt den Faden ein und «schiesst» ihn an die gegenüberliegende Seite – für Nischenmärkte (technische Gewebe und hochwertige Textilstoffe) gefertigt.

Dank der Spezialisierung sei es möglich, Preise zu erzielen, die einen rentablen Betrieb auch hier erlaubten, so Straubhaar. Mit Greifer- und Luftwebmaschinen für «gewöhnliche» Stoffwebereien hätte Zuchwil dagegen keine Chance. Zur Erinnerung: Sulzer beschäftigte zu den Glanzzeiten in den 70er Jahren allein in Zuchwil über 3000 Angestellte.