Lässt sich die FDP auf einen Pakt mit der SVP ein, um sich Stimmen für ihre Regierungsratskandidatin Marianne Meister zu sichern? Wie bereits in der «Schweiz am Wochenende» berichtet, gibt es verlässliche Quellen, die auf Verhandlungen in diese Richtung hindeuten. Und – dass die SVP diese Unterstützung an knallharte Bedingungen knüpft.

Nun bezieht aber die Kantonspartei der FDP Stellung: Die Berichterstattung enthalte Fehlinformationen und basiere auf einer falschen Faktenlage. Damit wolle die Solothurner Zeitung der FDP angeblich «bewusst schaden und die freisinnige Wählerschaft verunsichern», wird im Communiqué behauptet. So liege der Parteispitze kein Angebot seitens SVP vor, eine schriftliche Vereinbarung über Listenverbindungen zwischen den beiden Parteien zu treffen – alles andere sei «schlichtweg erfunden».

SP-Unterstützung für Meister?

Hingegen bestätigt die FDP, dass sehr wohl Gespräche mit den anderen bürgerlichen Parteien geführt worden seien. Da die FDP im zweiten Wahlgang für den Regierungsrat mit Marianne Meister die einzige bürgerliche Kandidatin stelle, sei die Suche nach einer breiten Unterstützung über die eigene Basis hinaus nichts als logisch – und entspreche dem üblichen Vorgehen.

Aber auch ohne offizielle Unterstützung habe man Exponenten anderer Parteien für das Unterstützungskomitee gewinnen können – sogar aus den Reihen der SP. Das zeige, dass Meister über das bürgerliche Lager von breiten Kreisen getragen werde.

«Wir entscheiden eigenständig»

Die SVP im Konkreten habe sich gemäss Medienaussagen noch nicht entschieden, ob sie die FDP-Kandidatin unterstützen oder Stimmfreigabe erteilen wolle. Und selbst wenn die SVP Forderungen stelle, an die sie ihre Unterstützung knüpfe: «Die FDP lässt sich niemals erpressen oder ans Gängelband nehmen, sondern entscheidet eigenständig.»

Weiter wolle sich die FDP zu den angeblich «diffamierenden und frauenverachtenden Bemerkungen im Zusammenhang mit der Person von Marianne Meister» zu einem anderen Zeitpunkt äussern. Welche Aussagen im besagten Artikel hiermit genau gemeint sein sollen, bleibt indes unklar. (ak)