Das Bundesamt für Verkehr (BAV) hat beschlossen, den 3.7 Kilometer langen Weissenstein-Eisenbahntunnel zu sanieren. Es nimmt damit die Anliegen der betroffenen Regionen auf. Diese wollen die bisherigen Reisezeiten im öffentlichen Verkehr und den Anschluss an den Schienenverkehr beibehalten. Ihre Anliegen werden höher gewichtet als wirtschaftliche Überlegungen.

Wie das BAV mitteilt, startet die Sanierung voraussichtlich im Jahr 2020. Der Tunnel wird so saniert, dass er weitere 25 Jahre betrieben werden kann. Die Kosten von rund 85 Millionen Franken deckt der Bund über den Bahninfrastrukturfonds. 

Tunnel in schlechtem Zustand

Der einspurige Weissensteintunnel der Bahnstrecke Solothurn-Oberdorf-Moutier ist gemäss Experten in einem schlechten Zustand. Er muss aus Sicherheitsgründen saniert - oder geschlossen werden. Auf dem Tisch lagen Studien mit Kostenvarianten von 100 bis 170 Millionen Franken. Geprüft wurde auch, ob die Bahnverbindung auf Busbetrieb umgestellt werden sollte.

Aus der Rede von Walter Straumann an der Pressekonferenz anlässlich der Sanierung des Weissensteintunnels.

Der Bahntunnel kann höchstens noch bis Ende 2017 genutzt werden. Damit das überhaupt möglich wurde, mussten Sicherungsmassnahmen getroffen werden. So wurden auf einer Länge von insgesamt 500 Metern Steinfallschutznetze installiert.

Das Bundesamt für Verkehr nimmt die beiden Standortkantone Solothurn und Bern in die Pflicht. Der Bund erwartet von den beiden Kantonen Massnahmen, um die Attraktivität der Linie Solothurn-Moutier zu steigern. Auf diese Weise liessen sich die Investitionen in die Bahninfrastruktur rechtfertigen, hiess es.

«Es ist ein Haufen Geld, das muss man zugeben»

Walter Straumann und Roland Fürst beantworten Fragen zu den Kosten der Sanierung und zum bevorstehenden Engagement des Kantons den Tunnel und die Region attraktiv zu machen.

Zäher Kampf für Erhalt des Tunnels

Die Kantone und das Komitee "Weissensteintunnel erhalten" setzten sich vehement für die Sanierung des 1908 eröffneten Bahntunnels ein. Die Region befürchtete, dass der Tunnel geschlossen und die Bahnverbindung aufgehoben wird.

Das Bundesamt für Verkehr gewichtete nach eigenen Angaben die Anliegen der Regionen höher als wirtschaftliche Überlegungen.

Der Sanierungsentscheid sei von «enormer Bedeutung» für die betroffenen Gemeinden im Thal, am Jurasüdfuss und im bernischen Grandval, hält das Komitee in einer Stellungnahme fest.

Die Sanierung sei der "einzig richtige und logische Schritt" mit Blick auf die verkehrspolitische Entwicklung, den Tourismus und auf die Verbindung zwischen den Sprachregionen.

Das Nordportal des Weissensteintunnels liegt bei Gänsbrunnen und das Südportal bei Oberdorf. Von Oberdorf führt die neu gebaute Gondelbahn auf den Solothurner Hausberg Weissenstein. Die Bahnfahrt von Solothurn nach Moutier mit zwölf Haltestationen dauert 33 Minuten. (mgt/sda)