Wangen-Wiedlisbach
Aktualisiert am 21.02.12, um 11:38 von Armin Leuenberger
 

Im Übungsdorf musste improvisiert werden

Auch die Feuerwehr und Stadtpolizei Olten standen am Besuchstag der Rettungstruppen im Einsatz.Fotos: LEU
Einen interessanten Einblick in die Detailarbeit gab es diesmal am Besuchstag zu sehen. Rund 1500 Angehörige kamen, um ihre Kinder im Einsatz zu sehen. von Armin Leuenberger
 

Mit einem Besuchstag der besonderen Art erfreuten die Angehörigen der Rettungstruppen Rekrutenschule 75-3 auf dem Übungsplatz in der Bleike am Samstag die Besucher auf dem Waffenplatz Wangen-Wiedlisbach. Es waren rund 1500 Angehörige der jungen Militärs, welche aus allen Ecken der Schweiz herkommend am Samstagmorgen die Ausfahrt Wangen-Wiedlisbach der A1 benutzten, um ihre Söhne und auch einige Töchter im militärischen Einsatz zu sehen.

Wegen der bereits begonnenen Modernisierungsarbeiten auf den Ausbildungsplätzen im Übungsdorf mussten sich die Kader rund um Schulkommandant Oberst im Generalstab Heinz Büttler im Vorfeld des Besuchstages flexibel zeigen. Der gewährte Einblick in die Aufgaben der Rettungstruppen wurde vielleicht gerade wegen dieser notwendig gewordenen Improvisation zu einem Erlebnis der besonderen Art.

Interessante Details

Nach der Begrüssung der Besucher durch den Schulkommandanten verteilte sich die grosse Besucherzahl auf die verschiedenen Ausbildungsplätze westlich und östlich der neuen Militärbrücke. Auf dem Gelände von mehreren Hundert Metern Länge hatten die Besucher Gelegenheit, aus nächster Nähe Einblick in die Arbeiten der Soldaten während der vergangenen 14 RS-Wochen zu erhalten. Dies im Gegensatz zu einer gross angelegten Einsatzübung der gesamten Schule. Aufgefallen ist dabei die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft mit der die ausgebildeten Rekruten den Besuchern Red und Antwort standen. Da und dort war ein gewisser Stolz über die erworbene Fachkompetenz deutlich zu spüren.

Allein die Schau des riesigen Fahrzeugparks war beeindruckend. Einzelne Motorfahrer waren den Gästen behilflich, wenn diese den Wunsch äusserten, sich auch einmal ans Steuer eines IVECO Euro Takkers zu setzen. Das Ding mit 15 Tonnen Leergewicht und einer Nutzlast von 11 Tonnen verfügt über einen Sechszylinder Motor von fast 13000 Kubikzentimer Grösse.

Mit grosser Aufmerksamkeit verfolgten die Besucher auch einen Personen-Rettungseinsatz unter Zuhilfenahme der Feuerwehr und Stadtpolizei Olten mit insgesamt 20 Mann nach einer simulierten Massenkarambolage. Die Besucher erlebten den Ablauf eines solchen Einsatzes beginnend beim detaillierten Abspracherapport mit Orientierung über die Lage bis hin zu einem Atemschutzeinsatz. Viel Bewunderung erhielt auch die Demonstration eines Redog-Schutzhundeteams. «Milo» und «Jaysie», die beiden Schutzhunde von Frank Wirz und Denise Affolter, standen vor Jahresfrist auch beim Tsunami in Japan im Einsatz. Hydraulische und elektrische Kernbohrgeräte, Zwei- und Dreibeine zum senkrechten Anheben von Lasten bis zu drei Tonnen, konnte man ebenfalls im Einsatz sehen. «Erstaunlich, wie sich diese Truppengattung in den letzten Jahren gewandelt hat», meinte der Vater eines jungen Wachtmeisters.

Leutnant Wyss’ Show

Nach dem traditionellen Mittagessen (Hörnli und Ghacktes mit Apfelmus) war die Reihe dann am vor einer Woche in der Klosterkirche von St.Urban brevetierten Biberister Leutnant Dominik P. Wyss. Der junge Zugführer demonstrierte trotz starker Erkältung mit seinem Zug bestehend aus 33 Rekruten und vier Wachtmeistern eine Zugschule mit einem Pflicht- und Kürprogramm auf dem Asphalt vor der Kaserne, welche die immer noch weit über tausend Besucher zu Beifallsstürmen hinriss. Den Abschluss dieses erlebnisreichen Besuchstages machte ein weiterer Zugführer mit einer amüsanten Modeschau mit den persönlichen Utensilien und Kleidungsstücken seiner Leute.

(az Langenthaler Tagblatt)
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