In Grenchen sind die Möglichkeiten, den Silvesterabend auswärts zu verbringen, nicht gerade vielfältig. Wer das alte Jahr ausklingen lassen will, hat zwar partytechnisch einige Möglichkeiten. Im Klub Légère ist ab 22 Uhr eine grosse Party im Gange, und auch im «Baracoa» kann gefeiert werden. Wer allerdings lieber fein essen gehen will, hat in diesem Jahr keine grosse, sondern eine recht bescheidene Auswahl. Von den grossen Restaurants bieten gerade mal zwei ein Silvestermenü an.

Zwei einsame Kämpfer

Zu den beiden einsamen Kämpfern gehört das Restaurant Grenchner Hof, das immer noch ein fünfgängiges Menu mit Fisch- und Fleischspezialitäten anbietet. Für knapp 100 Franken gibt es dort unter anderem einen Kalbsrücken gefüllt mit Nüssen und Dörr-Aprikosen an Schalottensosse, dazu einen Steinpilzpudding und Kartoffel-Gemüse-Rouladen.

Im Restaurant Airport am Flughafen wird ein Fondue Chinoise à discretion kredenzt, in der Rotisserie kann à la carte gegessen werden. Verschiedene Fleischsorten werden angeboten, dazu Saucen, eingelegte Früchte und Gemüse und als Beilage entweder Reis oder Pommesfrites. Zum Nachtisch gibt es ein Dessertbuffet. Auch für musikalische Unterhaltung sei, so Linda Traub, die Senior Chefin des Restaurants, gesorgt.

Keine Lust und kein Geld

Doch ansonsten sind die meisten Grenchner Restaurants geschlossen. Das Feldschlösschen und das Restaurant Krebs führen beide keine Silvester-Anlässe durch. Sogar das Restaurant Parktheater, welches über Jahre hinweg einen Ball zu Silvester organisiert hat, ist dieses Jahr gerade mal bis 17 Uhr geöffnet. Ein spezielles Programm sei nicht geplant, so die Restaurantleitung. Für dieses Jahr hätten sie zu wenig Anmeldungen für den Ball erhalten und ihn deswegen abgesagt, so die Begründung.

Herrscht in Grenchen also tote Hose? Woran liegt es, dass viele Restaurants an Silvester gar nicht öffnen oder nur bis zum Abend offen haben? «Ich vermute, dass der Trend in diesem Jahr eher ist, dass man zu Hause mit ein paar Freunden feiert, statt essen zu gehen», so die Senior Chefin des Restaurants Airport, Linda Traub. Auch wegen der heutigen Finanzlage sei es vielen Leuten nicht mehr möglich, auswärts zu essen, vermutet sie.

Des einen Leid, des anderen Freud

Die Betreiber der beiden Restaurants Grenchner Hof und Airport freut es, dass die anderen auf ein Programm verzichten. «Wir sind so gut wie ausgebucht», erzählt die Servicefachfrau Kerstin Zuber vom Grenchner Hof. «Gerade mal sechs Tische sind noch frei. Wer noch bei uns essen will, muss sich schnell bei uns melden.»

Und auch das Restaurant Airport kann sich nicht über zu wenige Kunden beschweren: «Unser Fondue Chinoise, welches wir schon seit fünf Jahren anbieten, findet immer grossen Anklang. Neben einigen Stammgästen kommen auch immer wieder neue Leute dazu», sagt Linda Traub.