Die SVP provoziert im Abstimmungskampf um die erleichterte Einbürgerung mit dem Bild einer Burkaträgerin. Seit dieser Woche hängt das Plakat an allen grösseren Bahnhöfen der Schweiz. Der Asylchef der Volkspartei, der Aargauer Nationalrat Andreas Glarner, ist für das umstrittene Plakat verantwortlich. 

Die Befürworter der Einbürgerungs-Vorlage sind schockiert. SP-Nationalrätin Ada Marra aus dem Kanton Waadt sagt gegenüber dem «Blick»: «Das Sujet ist völlig absurd. Wir müssen aufzeigen, dass die Vorlage nichts mit radikalen Muslimen zu tun hat.»

So sieht das SVP-Plakat aus.

Die Burkaträgerin habe rein gar nichts mit der Vorlage zu tun, sagt Marra und gibt gleich ein Beispiel: «Fast 99 Prozent der Betroffenen stammen aus dem europäischen Raum – alleine die Italiener und Spanier machen zwei Drittel aus.» Sie verspricht sogar, jener Person 2000 Franken zu bezahlen, die eine Jugendliche der dritten Ausländergeneration findet, die eine Burka trägt.

SVP steigt mit Burka-Plakat in Einbürgerungs-Abstimmungskampf – «Cheibe Freud» hat vor allem SVP-Asylchef Andreas Glarner

Kritiker hingegen bemängeln die Kluft zwischen Bild und Inhalt der Abstimmungsvorlage.

Ja-Komitee fehlt das Geld

Für eine grosse Gegenkampagne fehlt dem Ja-Komitee das nötige Kleingeld. «Wir verfügen nur über 5000 Franken. Deshalb werden wir uns vor allem auf Deutschweizer Kantone wie Zürich, Bern, die beiden Basel oder Aargau fokussieren», erklärt Marra. In der Romandie ist eine Gegenkampagne weniger exestenziell, weil man dort jeweils ausländerfreundlicher abstimmt. 

Auch andere Organisation machen nach dem Burka-Plakat mobil. Die Gewerksschaft Unia plant für den 21. Januar einen schweizweiten Aktionstag und die Operation LIbero sammelt Geld für den Kampagnenschlussspurt. 

Die SP-Nationalrätin hofft, dass sich das Burka-Plakat der Einbürgerungs-Gegner kontraproduktiv auswirken wird. (nim)