Mal sehen wie die Sache aussieht, wenn der Individualverkehr mit aufladbaren Elektrofahrzeugen stattfindet. Elektrobikes und kleinere Elektroautos werden den Pendlerverkehr prägen. Ihre Batterien werden am Tag mit der Sonne geladen und weder Feinstaub noch Abgase belasten die Luft. Dann könnte eine teure Bahn mit der man weder richtig Einkaufen noch spät in der Nacht heimkommen kann, wohl kaum mehr die Bedürfnisse der Menschen abdecken. Mit den freiwerdenden Geldern einer abgespeckten Bahn könnte man endlich das Strassennetz den realen Bedürfnissen des Verkehrs anpassen. Da heute bereits Vater, Mutter und Kinder mit eigenem Auto unterwegs sind, wird weiteres Verkehrswachstum in Zukunft nur noch vom Bevölkerungswachstum abhängen und daher möglicherweise sogar sinken. Das heisst, unsere Stauprobleme werden bewusst oder unbewusst gezielt provoziert. Sie verschaffen der Bahn den scheinbaren Wettbewerbsvorteil um die horrenden Betriebs- und Unterhaltskosten an der Urne durchzubringen.
Rolf Scheibler06.02.12|
12:31
Die täglichen Pendler-Reisen wären doch überhaupt nicht notwendig, wenn die urbanen Konzentrationen nicht gefördert würden. Diese ÖV-Probleme ergeben sich aus der Tatsache, dass Rot/Grün für ein „verdichtetes“ Zusammen-Leben in Städten kämpft. Viele EDV-/IT-/Marketing-Administrationen könnten doch von den überforderten Städte auf‘s Land ausgelagert werden. Das wäre nachhaltig umweltfreundlich! In der Tierwelt ist doch das „Käfig-Fleisch“ unerwünscht. Warum also will man die Menschheit in Städten eng zusammenleben lassen, obwohl wir ja genau wissen, dass dies langfristig extrem aggressiv macht? Gibt es einen realistischen Grund, warum jeder Pendler jährlich mit über Fr. 6‘000.00 subventioniert werden muss? Ich wäre für eine offene Kostenwahrheit.
Bruno Borner06.02.12|
06:48
@Rolf Scheibler Ihr Einwand ist zu 100% berechtigt. Mein Problem sind jedoch weniger die Kosten der Bahn, als vielmehr der Weg mit dem man sie auf Kosten des individualverkehrs (für unser Land unverzichtbar) sanieren will. Zum Glück haben wir mit Doris Leuthard eine fähige Magistratin, die dieses Problem sicherlich pragmatisch und ohne blinden Autohass anpacken wird.
Rolf Scheibler05.02.12|
13:30
Sorry, Herr Borner, die Bahn erarbeitet jedes Jahr einen Milliarden-Verlust. Ich verstehe nicht, warum man die Milliarden-Subventionen, die ja zum Abdecken des Defizites verwendet werden, als "normale" Einnahmen verbuchen darf? Und was ist mit den über 40 Mia. Franken, die wir für's NEAT-Loch bezahlen mussten? Warum redet hier niemand vom Amortisieren?
Bruno Borner05.02.12|
12:54
Wenn der Staat die Bevölkerung zur Wahl des Verkehrsmittels zwingt (80'000 Ausweisentzüge im Jahr, Verkehrsinfark dank Tempolimiten bis zum Schritttempo und der missbräuchlichen Verwendung zweckgebundener Treibstoffabgaben für Bahnprojekte), dann muss der Staat auch dafür sorgen, dass sich die Leute die Bahn leisten können. Übrigens, für Gratis-GA's an unsere Räte gibt die Bahn jedes Jahr viele Millionen aus und sie erwirtschaftete 2011 den stolzen Gewinn von 370 Mio. Franken.
Helmut Hofstetter04.02.12|
20:39
Ständig Forderungen nach Qualitätsverbesserungen bei der SBB (Viertelstundentakte, Kapazitätserweiterungen, Reduzierung der heutigen Zeitverbindungen von A nach B, Qualitätsverbessrungen der Zugkompositionen, Bekämfung des Randalismusses usw.) kosten viel Geld, daher gilt das Verursacherprinzip und sollte nicht über Steuergelder des Bundes, Kantone getragen werden.
Nadine Jagarich04.02.12|
14:33
Wir wollen saubere, pünktliche, bequeme Züge. Das kostet. Beim Preisaufschlag infolge höherer Trassenpreise müsste man über die Bücher - bei der SBB wie auch beim Bund. Wo kann die Effizienz, aber auch die Effektivität erhöht werden? Wer sucht der findet. Bekanntlich belegt die Schweiz punkto Produktivität im Ländervergleich nicht die besten Plätze. Das kostet - und verärgert.
Walter Hächler04.02.12|
13:38
Ich finde es eine Frechheit, dass die SBB wiedereinmal ihr Defizit zu Lasten der Bevölkerung austrägt. Wie wäre es wenn die Bundesbehörde (alle Nationl- und Ständeräte sowie die Bundesräte)ihre Bahnfarten selber bezahlen würden? Diese "verdienen" ja genug, dass sie sich dies leisten könnten. Wen wunderts wenn wieder mehr Autos auf unseren überlasteten Strassen verkehren?
Alex Schneider04.02.12|
06:29
Mit höheren Preisen im Verkehr kommen wir der Kostenwahrheit (inkl. externe Kosten) näher. Wenn wir die Mehreinnahmen aber vor allem dazu verwenden, neue Verkehrskapazitäten zu bauen, handeln wir nicht nachhaltig.