An der Merkurstrasse auf Höhe des Bezirksgebäude in Dietikon steht ein Feuerwehrmann. Er leitet den Verkehr um. In rund 50 Metern Entfernung ist ein Polizei- und Sanitätswagen sichtbar. Dahinter steht bereits der Roboter für Bombenentschärfung der Zürcher Kantonspolizei bereit. Die Einsatzkräfte vor Ort bestätigen, es sei ein verdächtiger Gegenstand gemeldet worden. Mehr ist vorerst nicht zu erfahren. 

Es ist kurz vor 15 Uhr an diesem Freitag Nachmittag. Etwa ein Dutzend Schaulustige bleiben stehen, betrachten die skurrilen Szenen, die sich in Dietikon abspielen. Einige Filmen, andere machen Fotos.

Ein Passant erzählt, er sei beim Verlassen der Sunnah-Moschee nach dem Mittagsgebet von der Polizei weggeschickt worden. Diese sei kurz vor 13 Uhr von einem Passanten über einen verdächtigen Gegenstand informiert worden. Polizei, Feuerwehr und Sanität seien sofort ausgerückt, teilt eine Sprecherin der Kantonspolizei Zürich auf Anfrage mit.

Der Bombenentschärfungsroboter auf dem Weg zur Arbeit.

Auf Anfrage bestätigt ein Sprecher der Sunnah-Moschee den Ablauf: „Bereits morgens früh stand ein Aktenkoffer vor dem Hauseingang, doch niemand hat sich daran gestört“. Doch nach dem Ende des Mittagsgebets, an welchem rund 100 Muslime teilgenommen hatten, betrat die Polizei die Moschee und bat die Anwesenden das Gebäude zu verlassen.

„Noch etwa dreissig Menschen waren da. Man hatte wirklich ein mulmiges Gefühl im Bauch beim Verlassen des Gebäudes. Man wusste nicht, was auf einem zukommt“, so der Sunnah-Sprecher. Dass es sich dabei um einen Angriff auf das muslimische Gebetshaus handelt, glaubt er nicht. „Wir haben uns in Dietikon gut integriert, fühlen uns wohl und sicher. Wir werden dies auch weiterhin tun“, sagt er. Zudem seien in dem Gebäude noch andere Organisationen und Wohnungen untergebracht, gut möglich, dass der Aktenkoffer jemandem von dort gehört, so der Sprecher.

Mittlerweile hat sich der Bombenentschärfungs-Roboter in Bewegung gesetzt. Er rollt bis ans Ende der Merkurstrasse. Dann biegt er rechts ein und verschwindet aus dem Sichtfeld. Die Polizei hat die Umgebung grossräumig abgesperrt. 

Dann: Ein lauter Knall. Der Roboter hat den verdächtigen Gegenstand gesprengt. Auf Anfrage bei der Kantonspolizei heisst es: "Wir haben den Gegenstand untersucht und mit geeigneten Mitteln entschärft. Er hat sich als harmlos herausgestellt." Der Knall stehe im Zusammenhang mit der Entschärfung. Über den Gegenstand gibt die Polizei aus ermittlungstaktischen Gründen keine Auskunft.