Dabei habe man doch bewusst darauf verzichtet, die Vorlage mit den Ängsten der Gemeinden vor höheren Kulturbeiträgen zusätzlich zu belasten.
Deshalb soll die Kulturkonferenz unverändert in die Regionalkonferenz überführt werden. Sie ist zwar Pflichtaufgabe, soll aber eine Teilkonferenz mit den bisherigen Gemeinden der Kulturkonferenz Langenthal werden (vgl. linker Kasten).
«Was im Geschäftsreglement zur Regionalkonferenz und insbesondere in seinem Anhang zur Kommission Kultur steht, ist denn auch nichts anderes, was bisher in den Statuten der Kulturkonferenz steht und was sich in den vergangenen gut zehn Jahren als bewährte Praxis entwickelt hat», betont Paula Schaub.
Verschiedene Erklärungen
Dass die Kultur in der Diskussion um die Regionalkonferenz trotzdem eine grosse Rolle spielt, dürfte nicht nur damit zusammenhängen, dass die Gegner der Vorlage die Ängste der kleinen Gemeinden und der Randgebiete schüren. Paula Schaub hat auch eine andere Erklärung: Letzten Sommer erhielten die Gemeinden nicht nur die Unterlagen zur Regionalkonferenz, sondern auch das neue kantonale Kulturförderungsgesetz zur Stellungnahme zugestellt. Deshalb sei es schwierig, die beiden Geschäfte wie eigentlich beabsichtigt auseinanderzuhalten. «Sie werden oft vermischt», stellt die Langenthaler «Kulturministerin» fest.
Im neuen Gesetz sind tatsächlich neue, flächendeckende Kulturkonferenzen geplant (vgl. rechter Kasten). Besteht dann keine Regionalkonferenz, muss ein Gemeindeverband analog dieser geschaffen werden.
Nachbarn unterstützen Buchsi
Weil sich mit der Regionalkonferenz für sie nichts ändert, hat sich die Stiftung Regionalbibliothek Herzogenbuchsee nur am Rand mit dieser befasst, wohl aber mit dem Kulturförderungsgesetz. «Es kann nicht sein, dass die Gemeinden der Region Herzogenbuchsee dann an die Regionalbibliothek Langenthal bezahlen müssen», sagt Stiftungsratspräsident Hans-Kaspar Schiesser dezidiert. Im Moment leisten diese nämlich einen Beitrag an die Bibliothek Buchsi. Dieser sei zwar noch nicht ganz dort, wo er ihn gerne hätte, erklärt Schiesser, aber immerhin ein Zustupf. «Er ist gerechtfertigt, leihen doch die Einwohner dieser Gemeinden ihre Bücher in der Bibliothek Herzogenbuchsee aus». Ausnahmen gebe es vielleicht, wenn jemand in Langenthal arbeite.
Der Stiftungsrat habe sich deshalb im Hinblick auf die Einführung des neuen Kulturförderungsgesetzes drei mögliche Strategien zurechtgelegt: eine Absprache mit der Regionalbibliothek Langenthal und den weiteren Bibliotheken im Oberaargau, eine Aufwertung von Herzogenbuchsee zur beitragsberechtigten Regionalbibliothek oder ein Zusammenschluss der Oberaargauer Bibliotheken, die dann den Verteilschlüssel unter sich ausmachen müssten.
Jedenfalls will Hans-Kaspar Schiesser demnächst mit den Verantwortlichen von Langenthal und Huttwil diskutieren, was da auf die Bibliotheken zukommt.