Die Boxen können nicht gross genug, die Lichteffekte nicht spektakulär genug und die Verstärker nicht modern genug sein. So jedenfalls ist es bei jeder Show. Je moderner und komplexer, desto besser. Nicht so aber bei Stomp. Denn bei der berühmtesten Rhythmusshow der Welt lautet die Devise: je einfacher, desto besser. 

Im Zentrum von Stomp, das ab morgen in Basel gastiert, stehen acht Arbeiter und deren stinknormaler Alltag. Es gibt Anführer und Aussenseiter – wie sie heissen, weiss man aber nicht. Auch gibt es keine Storyline, keine Dialoge, keine Akte oder Ähnliches. Aber das stört nicht. Kaum ertönen die ersten Wisch-, Zisch- oder Klopfgeräusche, macht man sich keine Gedanken mehr über eine mögliche Geschichte. Viel mehr fasziniert, was akustisch aus einem Besen alles herauszuholen ist. Oder aus einem Spülbecken. Oder einem Basketball. Oder einer Zeitung.

Stomp bietet einen Streifzug durch das Klanguniversum: Ohrenbetäubend lauter Lärm, der aber immer noch einen Takt hat, oder leise, harmonische Klänge. Das Erfolgsrezept der Show, die letztes Jahr ihr 25-Jahr-Jubiläum feierte, ist simpel. Jede Bewegung generiert ein Geräusch. Keine Chance bleibt ungenutzt. Oftmals ist es gar auf das absolut Notwendigste reduziert: den Körper. Mit Klatschen, Stampfen oder Schnipsen werden Melodien erzeugt, allenfalls unterstrichen mit Spezialeffekten wie Sand. Ja, Sand. Denn auch was die Special Effects angeht, haben sich die Macher am Credo «Je einfacher, desto besser» orientiert. Und verfehlen den Effekt nicht.

Energie ohne Verstärker

Natürlich dürfen auch bei Stomp Überraschungsmomente nicht fehlen. So werden nicht nur reine Alltagsgegenstände verwendet, sondern vielmehr alles, was man auf einem Schrottplatz finden mag. Dieser Idee haben auch Einkaufswagen oder Benzinkanister ihren Auftritt in der knapp zweistündigen, sehr kurzweiligen Show zu verdanken. Die Einkaufswagen-Szene ist eine von zwei neuen, die in Basel zu sehen sein werden. In der zweiten zusätzlichen Einlage werden aus Installationsarmaturen die schrägsten Töne herausgeholt. Denn das ist Stomp: schräg, trotz der Verwendung der normalsten Dinge. Diese Kombination ist es auch, die das Publikum vom ersten Moment an mitzureissen scheint. Denn klatschen und stampfen, das geht auch auf den Sitzen. Und wer mitwippt, der merkt, wie schwer die perfekt einstudierten Takte, deren Timing präziser ist als jenes einer Schweizer Uhr, nachzumachen sind.

Unterstützt werden die Rhythmen stets von Lichteffekten, die aber genauso reduziert sind wie die ganze Show. Positionswechsel der Spotlights oder ein Farbwechsel genügen, um die Bewegungen und Geräusche zu intensivieren. Ein «Instrument», das Licht und Laute vereint, ist das Zippo-Feuerzeug. Dessen kurzer Auftritt ist der stille Höhepunkt der Show. Einer Show, die beweist, wie nahe Magie und Müll beieinander sein können. Einer Show, die eine Dynamik und eine Energie vermittelt, für die es keine Verstärker oder grosse Boxen mehr braucht.

Stomp 10. bis 15. Januar 2017 im Musical Theater Basel. Di bis Sa jeweils 19.30 Uhr, Sa zusätzlich 15.30 Uhr. So 14.30 und 18.30 Uhr. Infos: www.musical.ch/stomp