Noch hat der Kanton Solothurn zwei Regierungssitze zu vergeben. Die drei im Rennen verbliebenen Frauen von SP, Grünen und FDP lieferten sich im ersten Wahlgang ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Entsprechend ungewiss ist der Ausgang im Finale. Allianzen zu schmieden, ist bei derartigen Konstellationen das Normalste der Welt. In unserer Ausgabe vom vergangenen Samstag haben wir darauf hingewiesen, dass die wählerstarke SVP von den angespannten Freisinnigen umgarnt wird.

Es liegt doch auf der Hand, dass die selbstbewusste SVP dies nicht zum Nulltarif machen würde. Dass ihr verbale Zusagen alleine in diesem Fall nicht reichen könnten, erscheint ebenso nachvollziehbar. Mehrere zuverlässige Quellen bestätigten gestern Sonntag erneut: Es laufen Verhandlung, die Forderungen seitens der SVP sind knallhart. Eine Zuschrift aus dem unteren Kantonsteil dazu: «Als Liberaler, der in einer FDP-Familie aufgewachsen ist, ärgert mich das furchtbar.»

Kreativ der Vorschlag in einer weiteren Reaktion: «Die FDP-Strategen könnten auch das von Meister gehaltene Präsidium des Gewerbeverbandes als Deal anbieten, ein Wasserämter SVPler soll sich seit einiger Zeit in Position bringen.» Dass Nerven bei harten Wahlkämpfen blankliegen, soll vorkommen. Die wortreiche FDP-Medienmitteilung in dieser Sache fällt in diese Kategorie und musste erwartet werden. Wie sie zu werten ist, erklärte ein damit konfrontierter Insider lapidar: «Das ist schlichtweg lächerlich.»

Nun, die kommenden Wochen bis zum 23. April werden uns noch mehrere Zuckungen bereithalten. Was wollen wir mehr? Jeder Aufreger tut etwas gegen die miserable Wahlbeteiligung. Ein weiterer dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Dem Vernehmen nach ist eine Wahlwerbung in Vorbereitung, auf der sich selbst prominente Solothurner aus den Reihen der CVP, SVP sowie – man höre und staune – der SP für Marianne Meister ins Zeug legen werden. Das gibt Stimmung.