Leitartikel
Aktualisiert am 23.02.12, um 06:45 von François Schmid-Bechtel
 

Der FC Basel entzaubert die Bayern und verzaubert die Fussballwelt

Valentin Stocker: «Sind überglücklich»
Quelle: youtube.com
Der 1:0-Triumph des FC Basel über das grosse Bayern München lässt die Fans weiter träumen. Was gestern möglich war, das kann auch in knapp drei Wochen möglich sein. von François Schmid-Bechtel
 

Ein Wahnsinn. 1:0 gegen Bayern München. Was ist jetzt noch möglich? Alles? Auf jeden Fall sehr viel. Wer erst Manchester United aus der Champions League wirft und dann zu Hause gegen Bayern München 1:0 gewinnt, ohne dabei den Deutschen ihren Dusel zu stehlen, erntet absolute Hochachtung. Und das weltweit.

Dabei spielen die beiden FCB nicht im selben Sonnensystem. Hier der FC Basel, zweifellos Krösus des Schweizer Fussball, aber mit einem 60 Millionen Franken Budget im Vergleich mit der europäischen Elite doch eher ein kleines Licht. Dort der FC Bayern mit sechs europäischen Titeln, und dem Budget von 368 Millionen Franken. Doch gestern war zwischen den beiden FCB kein Unterschied erkennbar. Und was gestern möglich war, kann auch in knapp drei Wochen möglich sein.

Als würde Xhaka Barcelona dirigieren

Als Basels Trainer Heiko Vogel vor der Rückrunde sagte, er wolle das vergangene Jahr noch toppen, reagierte man bisweilen mit Stirnrunzeln. Gestern hat sein FCB ein erstes Zeichen gesetzt, wie man das überragende letzte Jahr noch übertreffen kann. Der FC Basel war brillant. Zumindest einzelne Akteure. Was Torhüter Yann Sommer zeigte, war schlicht Weltklasse. Oder Xherdan Shaqiri. Der Bald-Bayer hätte viele Gründe gefunden, sich seinem zukünftigen Arbeitgeber von der besten Seite zu zeigen.

Doch Shaqiri verzichtete darauf, für die Galerie zu spielen und ordnete wie ein grosser Sportsmann dem Team unter. Für den Wow-Effekt sorgte aber Granit Xhaka. Wie der erst 19-jährige Ausnahmekönner das Spiel der Bebbi orchestrierte, war einfach nur phänomenal. Xhaka spielte so, als würde er im normalen Leben das Starensemble von Barcelona dirigieren, dem anderen grossen FCB.

 

(az)